Stell dir vor, du stehst im Supermarkt vor dem Regal mit Mineralwasser. Achtzehn Flaschen, alle mit demselben Wasser aus derselben Quelle. Die eine kostet 13 Cent, die andere 30 Cent. Welche nimmst du?
Beim Nasdaq 100 ist das genau so. Es gibt in Deutschland 18 ETFs, die alle denselben Index abbilden: die 100 größten Unternehmen an der Technologiebörse Nasdaq, ohne Banken und Versicherungen. Die Kosten reichen von 0,13% bis 0,30% pro Jahr. Und trotzdem steckt das meiste Geld ausgerechnet in den teuren ETFs.
Ich habe mir alle 18 angeschaut und die Renditen der Jahre 2023 bis 2025 selbst nachgerechnet. Das Ergebnis hat mich überrascht: Der günstigste ETF war nicht der beste, und der größte war der schlechteste. Der Unterschied lag bei 143 € je 10.000 € in drei Jahren. Klingt wenig? Über 25 Jahre und mit einem echten Depot wird daraus ein vierstelliger Betrag.
In diesem Artikel zeige ich dir, welcher Nasdaq 100 ETF zu dir passt, warum Swap ETFs bei US Indizes einen eingebauten Vorteil haben, was der Dollar 2025 aus deiner Rendite gemacht hat und warum du beim Nasdaq 100 unbedingt wissen solltest, was zwischen 2000 und 2015 passiert ist.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
- Die Auswahl: 18 Nasdaq 100 ETFs, Kosten von 0,13% (UBS, Amundi Core) bis 0,30% (iShares, Invesco EQQQ). Der größte ist der iShares mit 25,8 Mrd. €.
- Das Ergebnis 2023 bis 2025: Vorne lagen die Swap ETFs von Invesco und Amundi. Aus 10.000 € wurden 21.320 €. Der größte ETF von iShares lag 143 € dahinter.
- Meine Wahl: Thesaurierend physisch den BNP Paribas Easy II (0,14%), als Swap den Amundi Core Nasdaq 100 Swap (0,22%) oder den Invesco Nasdaq 100 Swap (0,20%). Ausschüttend den Invesco EQQQ oder den Invesco Swap Dist.
- Der Dollar: 2025 stieg der Index in US Dollar um +20,8%, in Euro kamen nur rund +6,6% an.
- Das Risiko: Von März 2000 bis Oktober 2002 verlor der Nasdaq 100 -82,9%. Das alte Hoch war erst nach 15,6 Jahren wieder erreicht.
- Die KI Wette: Nvidia, Micron, AMD und Broadcom machen zusammen rund 19% des Index aus. Die zehn größten Werte kommen auf 46%.
Dieser Leitfaden ist Teil unserer vertiefenden Serie zu US ETFs und Portfolio Strategien. Weiterführende Analysen und Werkzeuge:
Was im Nasdaq 100 steckt und was nicht
Der Nasdaq 100 ist kein Technologieindex im engeren Sinn, sondern ein Index der 100 größten Nicht Finanzunternehmen an der Nasdaq. In der Praxis ist er trotzdem eine konzentrierte Wette auf US Technologie.

Laut Factsheet des größten ETF von iShares entfielen Ende August 2026 58% auf Informationstechnologie, 13,8% auf Kommunikation und 11,1% auf zyklischen Konsum, dahinter stecken vor allem Alphabet, Meta, Amazon und Tesla. Finanzwerte machen nur 0,2% aus, Energie 0,5%. Banken, Versicherungen und Ölkonzerne fehlen fast komplett.
| Position | Gewicht |
|---|---|
| Nvidia | 8,37% |
| Apple | 7,47% |
| Microsoft | 6,07% |
| Alphabet (A und C) | 6,18% |
| Micron | 4,62% |
| Amazon | 4,56% |
| AMD | 3,33% |
| Broadcom | 2,78% |
| Tesla | 2,77% |
| Top 10 zusammen | 46,15% |
Fällt dir etwas auf? Micron steht auf Platz fünf, vor Amazon. Vor zwei Jahren hätte das kaum jemand erwartet. Der Speicherchiphersteller profitiert gerade massiv von der Nachfrage nach Speicher für KI Rechenzentren. Das zeigt, wie schnell sich der Index verändert: Er ist nach Börsenwert gewichtet, und wer steigt, bekommt automatisch mehr Gewicht.
Das ist so, als würdest du in einer Fußballmannschaft immer den Spieler aufstellen, der gerade die meisten Tore schießt. Solange die Form hält, ist das großartig. Wenn mehrere Stürmer gleichzeitig in ein Formtief fallen, spürst du es sofort.
Die 18 Nasdaq 100 ETFs im Vergleich
Die neun relevanten ETFs unterscheiden sich vor allem bei Kosten, Größe und Methode. Die übrigen neun sind entweder sehr klein, noch sehr jung oder spezielle Anteilsklassen.
| ETF | TER | Größe | Methode |
|---|---|---|---|
| iShares (Acc) | 0,30% | 25,8 Mrd. € | physisch |
| Invesco EQQQ (Dist) | 0,30% | 12,7 Mrd. € | physisch |
| Amundi Core Swap | 0,22% | 6,3 Mrd. € | Swap |
| iShares (DE, Dist) | 0,30% | 5,6 Mrd. € | physisch |
| Invesco EQQQ (Acc) | 0,30% | 4,3 Mrd. € | physisch |
| BNP Paribas | 0,14% | 2,5 Mrd. € | physisch |
| Xtrackers 1C | 0,20% | 2,5 Mrd. € | physisch |
| Invesco Swap (Acc) | 0,20% | 2,4 Mrd. € | Swap |
| UBS (Acc) | 0,13% | 0,5 Mrd. € | physisch |
Drei Dinge fallen sofort auf:
- Der größte ETF ist einer der teuersten. Der iShares verwaltet mehr als doppelt so viel Geld wie die Nummer zwei, kostet aber mehr als doppelt so viel wie der BNP Paribas. Er ist seit 2010 am Markt, und ich vermute, dass viele ältere Sparpläne schlicht nie auf günstigere ETFs umgestellt wurden.
- Der günstigste ist noch klein. Der UBS kostet nur 0,13%, gibt es aber erst seit März 2025 und verwaltet rund 0,5 Mrd. €. Das ist nicht schlimm, aber ich schaue mir einen ETF gerne erst ein paar Jahre an, bevor ich einen Sparplan darauf setze.
- Der BNP Paribas ist der alte AXA ETF. Viele Vergleichsseiten führen ihn noch als AXA IM Nasdaq 100. Nach der Übernahme von AXA Investment Managers durch BNP Paribas heißt er heute BNP Paribas Easy II Nasdaq 100, mit derselben ISIN IE000QDFFK00. Falls du ihn im Sparplan hast: Du musst nichts tun.
Übrigens, ohne Übertreibung: Die TER sagt dir nur, was der Anbieter offiziell verlangt. Was am Ende wirklich bei dir ankommt, zeigt erst die tatsächliche Rendite im Vergleich. Und da wird es interessant.
Was die Wahl 2023 bis 2025 in Euro ausgemacht hat
Über drei volle Jahre lagen die beiden großen Swap ETFs vorne, der größte ETF am Markt am Ende. Der Unterschied ist klein, aber er ist systematisch.
Ich habe für die sechs großen ETFs mit ausreichend Historie die Kalenderjahresrenditen 2023, 2024 und 2025 in Euro miteinander verkettet. So siehst du, was aus 10.000 € geworden wäre, die du am 01.01.23 angelegt hättest.
Der Invesco Nasdaq 100 Swap und der Amundi Core Nasdaq 100 Swap machten aus 10.000 € jeweils rund 21.320 €. Der BNP Paribas kam auf 21.264 €, der Xtrackers auf 21.252 €. Am Ende standen die beiden teuersten physischen ETFs: Invesco EQQQ mit 21.193 € und iShares mit 21.177 €.
Interessant ist der direkte Vergleich innerhalb von Invesco. Der physische EQQQ und der Invesco Swap stammen vom selben Anbieter und bilden denselben Index ab. Der Kostenunterschied beträgt 0,10 Prozentpunkte pro Jahr, das erklärt über drei Jahre etwa 40 bis 50 € Unterschied. Tatsächlich lag der Swap aber 128 € vorne. Der Rest kommt von einem Vorteil, den ich dir im nächsten Abschnitt erkläre.
Warum ich das laufende Jahr 2026 weglasse
In den Daten bis 31.08.26 liegt der iShares für 2026 rund 0,6 Prozentpunkte hinter den anderen. Der Unterschied entsteht fast komplett in einem einzigen Monat. Das spricht für einen Effekt des Bewertungszeitpunkts und nicht für echte Mehrkosten. Deshalb rechne ich nur mit vollen Kalenderjahren. Alles andere wäre unfair gegenüber iShares.
Swap oder physisch: Der eingebaute Steuervorteil
Swap ETFs haben bei US Aktien einen legalen Vorteil bei der Quellensteuer. Deshalb schneiden sie beim Nasdaq 100 und beim S&P 500 regelmäßig etwas besser ab als physische ETFs.
Ein physischer ETF kauft tatsächlich alle Aktien des Index. Wenn Apple oder Microsoft eine Dividende zahlen, behalten die USA davon 15% Quellensteuer ein, bevor das Geld beim Fonds in Irland ankommt. Das kostet dich Rendite, und du kannst diese Steuer nicht zurückholen.
Ein Swap ETF kauft einen anderen Korb von Wertpapieren und tauscht dessen Rendite mit einer Bank gegen die Rendite des Nasdaq 100. Die Bank liefert dabei die Indexrendite inklusive der vollen Dividenden, ohne Abzug von US Quellensteuer. Das ist erlaubt und bei US Indizes seit Jahren gängige Praxis.
Das ist so, als würdest du eine Wohnung nicht selbst vermieten, sondern mit jemandem vereinbaren, dass er dir jeden Monat genau die Miete zahlt, die du bekommen würdest. Nur dass bei ihm keine Grundsteuer abgeht.
Wie groß ist der Vorteil? Der Nasdaq 100 hat eine niedrige Dividendenrendite von deutlich unter 1%. Die 15% Quellensteuer darauf kosten einen physischen ETF deshalb nur einen Bruchteil eines Prozentpunkts pro Jahr. Beim Nasdaq 100 ist der Effekt kleiner als beim S&P 500 oder bei Dividenden ETFs, aber er ist da, wie die Zahlen oben zeigen.
Und das Risiko? Bei einem Swap ETF hast du ein Kontrahentenrisiko: Die Bank auf der anderen Seite könnte ausfallen. Die EU Regeln für UCITS Fonds begrenzen dieses Risiko auf höchstens 10% des Fondsvermögens, in der Praxis setzen die Anbieter den Swap regelmäßig zurück, sodass das offene Risiko meist deutlich darunter liegt. Und der Fonds hält immer einen eigenen Wertpapierkorb. Ich halte dieses Risiko für beherrschbar, aber es ist real. Wer ruhiger schläft, wenn er weiß, dass Nvidia und Apple wirklich im Fonds liegen, nimmt einen physischen ETF.
Der Dollar: Warum aus +21% nur +7% wurden
2025 hat der Dollar die Hälfte der Nasdaq Rendite aufgefressen. Das ist die wichtigste Zahl, die du als Anleger in Euro kennen solltest.
| Jahr | Index in USD | ETF in Euro |
|---|---|---|
| 2022 | -32,6% | -28,5% |
| 2023 | +54,7% | +49,1% |
| 2024 | +25,6% | +33,3% |
| 2025 | +20,8% | +6,6% |
Siehst du das Muster? 2022 und 2024 half dir der starke Dollar. 2025 kehrte sich das um: Der Euro stieg laut FRED von 1,0351 auf 1,1736 US Dollar, ein Plus von rund +13%. Jeder Dollar Gewinn war am Jahresende weniger Euro wert. Aus +20,8% im Index wurden für dich rund +6,6%.
Das ist kein Fehler des ETF. Der Fonds hält US Aktien, die in Dollar notieren. Wenn du in Euro rechnest, trägst du automatisch das Währungsrisiko mit. Über lange Zeiträume gleicht sich das oft aus, über einzelne Jahre kann es aber enorme Unterschiede machen.
Es gibt Varianten mit Währungssicherung, zum Beispiel von iShares, Invesco und Amundi. Sie kosten mit 0,35 bis 0,36% aber spürbar mehr, und die Absicherung selbst verursacht laufende Kosten, die vom Zinsunterschied zwischen Dollar und Euro abhängen. Bei einem US Zins von rund 4% und einem Euro Zins darunter kostet das zusätzlich Rendite. Für einen langfristigen Sparplan würde ich deshalb darauf verzichten.
Das Risiko, über das kaum jemand spricht
Der Nasdaq 100 ist der Index mit dem schlimmsten Absturz der jüngeren Börsengeschichte. Wer ihn kauft, sollte diese Grafik einmal gesehen haben.
Am 27.03.00 stand der Nasdaq 100 bei 4.704,73 Punkten. Zweieinhalb Jahre später, am 07.10.02, waren es noch 804,64 Punkte. Das ist ein Verlust von -82,9%. Aus 10.000 € wären 1.710 € geworden.
Das eigentlich Brutale kam danach: Erst am 03.11.15 war das alte Hoch wieder erreicht. 15,6 Jahre lang lag jeder im Minus, der im März 2000 eingestiegen war. Und dazwischen kam noch die Finanzkrise 2008, in der der Index wieder fast auf das Tief von 2002 zurückfiel.
Rechne dir das einmal realistisch durch: Wärst du 2000 mit 35 Jahren eingestiegen, hättest du erst mit 50 wieder dein Geld zurückgehabt. Würdest du das durchhalten?
Seitdem gab es noch zwei große Rückschläge: 2020 in der Pandemie rund -28% und 2022, als die Zinsen stiegen, -35,6% vom Hoch zum Tief. Zum Vergleich: Der S&P 500 verlor 2022 -25,4%. Der Nasdaq 100 fällt in schlechten Phasen spürbar tiefer.
Ist das heute wie im Jahr 2000? Ich glaube nicht. Damals hatten viele Unternehmen im Index gar keinen Gewinn. Heute verdienen Nvidia, Apple, Microsoft und Alphabet zusammen jedes Quartal dreistellige Milliardenbeträge. Aber die Bewertung ist hoch. iShares weist für den ETF ein Kurs Gewinn Verhältnis von 39,3 aus, gerechnet auf die Gewinne des laufenden Prognosejahres. Wie hoch der gesamte US Markt gerade bewertet ist und was das für die nächsten zehn Jahre heißt, habe ich in meiner Analyse zur S&P 500 Bewertung 2026 ausgerechnet.
Nasdaq 100 oder S&P 500?
Der Nasdaq 100 ist die konzentrierte Version des S&P 500. Die großen Namen stecken in beiden Indizes, der Nasdaq 100 gewichtet sie nur noch stärker.
| Kennzahl | Nasdaq 100 | S&P 500 |
|---|---|---|
| Unternehmen | 100 | rund 500 |
| Finanzwerte | fast keine | ja |
| Top 10 Anteil | 46% | rund 38 bis 40% |
| Kurs p. a. seit 09.16 | +20,0% | +13,6% |
| Verlust 2022 | -35,6% | -25,4% |
| Verlust 2000 bis 2002 | -82,9% | rund -49% |
| günstigste TER | 0,13% | 0,03% |
Die letzten zehn Jahre waren ein Traum für den Nasdaq 100: +20,0% pro Jahr gegenüber +13,6% beim S&P 500, jeweils ohne Dividenden und in Dollar. Aber genau das ist der Punkt: Diese zehn Jahre fielen in die Zeit nach dem Absturz, mit fallenden Zinsen, Smartphones, Cloud und jetzt KI. Die zehn Jahre davor sahen komplett anders aus.
Wer beides hält, sollte wissen: Das ist keine Streuung, sondern eine Verdopplung desselben Risikos. Nvidia, Apple und Microsoft sind im S&P 500 ohnehin die größten Positionen. Mit einem zusätzlichen Nasdaq 100 ETF erhöhst du ihr Gewicht in deinem Depot noch weiter.
Mein Rat: Wenn du nur einen US ETF willst, nimm den breiteren S&P 500. Welcher dafür der beste ist, zeige ich dir in meinem Vergleich zum besten S&P 500 ETF. Den Nasdaq 100 sehe ich als Beimischung für Anleger, die bewusst mehr Technologie wollen und die Schwankungen aushalten.
Die KI Wette in deinem Depot
Wer heute einen Nasdaq 100 ETF kauft, setzt zu einem großen Teil auf die Fortsetzung des KI Booms. Das ist keine Nebenwirkung, das ist der Kern.
Nimm nur die Chiphersteller: Nvidia mit 8,37%, Micron mit 4,62%, AMD mit 3,33% und Broadcom mit 2,78%. Das sind zusammen rund 19% des Index, alles Unternehmen, deren Umsatz derzeit massiv von Rechenzentren für KI getrieben wird. Dazu kommen Microsoft, Alphabet und Amazon, die als Cloud Anbieter genau diese Chips kaufen, und Meta, das Milliarden in eigene KI Modelle steckt.
Das heißt: Wenn die großen Cloud Anbieter ihre Investitionen kürzen, trifft das den Nasdaq 100 doppelt. Einmal über die Chiphersteller, die weniger verkaufen, und einmal über die Cloud Anbieter, deren Wachstum sich abschwächt. Wie viel Nvidia bei den aktuellen Erwartungen wirklich wert ist, habe ich in meiner Analyse der Nvidia Aktie durchgerechnet.
Earnings: Diese Termine bewegen deinen ETF
Ende Oktober berichten die Schwergewichte des Index innerhalb weniger Tage. Wer einen Nasdaq 100 ETF hält, sollte diese Wochen im Kalender haben.
| Unternehmen | Termin | Gewicht |
|---|---|---|
| Microsoft | 27./28.10. | 6,07% |
| Alphabet | 27./28.10. | 6,18% |
| Apple | 29.10. | 7,47% |
| Nvidia | 17.11. | 8,37% |
Allein diese vier Unternehmen stehen für rund 28% des Index. Wenn Microsoft und Alphabet am selben Abend schwache Zahlen zu ihren Cloud Investitionen melden, bewegt sich dein ETF am nächsten Tag spürbar. Die Erwartungen und alle Termine im Detail findest du in meinem Überblick zur Berichtssaison im Oktober 2026.
Steuern: Teilfreistellung und Vorabpauschale
Alle hier genannten ETFs sind Aktienfonds nach deutschem Steuerrecht. Deshalb sind 30% der Erträge steuerfrei, und du brauchst anders als bei Einzelaktien kein W-8BEN Formular.
Die Teilfreistellung gilt für Ausschüttungen, für Verkaufsgewinne und für die Vorabpauschale. Von jedem Euro Gewinn versteuerst du also nur 70 Cent. Die US Quellensteuer zahlt bei physischen ETFs der Fonds selbst in Irland, damit hast du nichts zu tun.
Bei thesaurierenden ETFs kommt jedes Jahr im Januar die Vorabpauschale. Für 2026 gilt ein Basiszins von 3,20%, festgelegt vom Bundesfinanzministerium am 13.01.26. Abgebucht wird Anfang Januar 2027. So sieht das bei 10.000 € aus:
| Schritt | Betrag |
|---|---|
| Wert am 01.01.26 | 10.000,00 € |
| Basisertrag: 3,20% mal 0,7 | 224,00 € |
| davon steuerpflichtig (70%) | 156,80 € |
| Steuer mit 26,375% | 41,36 € |
Das sind rund 41 € je 10.000 €, die im Januar von deinem Verrechnungskonto abgehen. Das ist keine zusätzliche Steuer, sondern eine Vorauszahlung, die beim Verkauf angerechnet wird. Sorg nur dafür, dass Anfang Januar genug Geld auf dem Konto liegt.
Bei einem ausschüttenden ETF werden die Ausschüttungen mit der Vorabpauschale verrechnet. Beim Nasdaq 100 sind die Ausschüttungen allerdings so klein, dass trotzdem meist eine Vorabpauschale anfällt. Ob ausschüttend oder thesaurierend für dich besser ist, zeige ich ausführlich am Beispiel des S&P 500 im Vergleich SXR8 gegen SPY5.
Meine Auswahl: Welchen Nasdaq 100 ETF ich nehmen würde
Für einen neuen Sparplan würde ich einen günstigen physischen ETF oder einen großen Swap ETF nehmen. Den iShares würde ich nicht neu kaufen, aber auch nicht verkaufen, wenn du ihn schon hast.
Thesaurierend und physisch: BNP Paribas Easy II Nasdaq 100 (ISIN IE000QDFFK00). 0,14% Kosten, 2,5 Mrd. € Volumen, solide Historie aus der Zeit als AXA ETF. Wer lieber einen großen Anbieter will, nimmt den Xtrackers Nasdaq 100 1C (IE00BMFKG444) für 0,20%.
Thesaurierend als Swap: Amundi Core Nasdaq 100 Swap Acc (LU1829221024) oder Invesco Nasdaq 100 Swap Acc (IE00BNRQM384). Beide lagen 2023 bis 2025 vorne. Der Amundi ist mit 6,3 Mrd. € deutlich größer, der Invesco mit 0,20% minimal günstiger.
Ausschüttend: Invesco EQQQ Nasdaq 100 (IE0032077012) als großer Klassiker oder Invesco Nasdaq 100 Swap Dist (IE000RUF4QN8) für 0,20%. Wer wenig Kosten will und mit einem kleineren Fonds leben kann, schaut sich den UBS Nasdaq 100 dis (IE0003RQ9F90) an.
Beobachten: UBS Nasdaq 100 acc (IE000SB4G4I4). Mit 0,13% der günstigste, aber erst seit März 2025 am Markt. In ein, zwei Jahren kann er meine erste Wahl werden.
Und was ist mit deinem bestehenden iShares Sparplan? Nicht verkaufen. Beim Verkauf zahlst du Steuern auf die bisherigen Gewinne, und das kostet dich sofort mehr, als du mit 0,16 Prozentpunkten weniger Kosten in vielen Jahren sparst. Stell einfach den Sparplan für neue Raten auf einen günstigeren ETF um und lass den alten Bestand liegen.
Ob ein bestimmter ETF bei deinem Broker als kostenloser Sparplan verfügbar ist, ändert sich laufend. Welche Broker für US Anlagen und ETF Sparpläne gut sind, findest du im Vergleich der Broker für US Aktien.
Finger weg von gehebelten Nasdaq ETFs
Es gibt Nasdaq 100 ETFs mit zweifachem oder dreifachem Hebel. Sie kosten 0,60% und mehr und verlieren in schwankenden Seitwärtsphasen selbst dann Geld, wenn der Index am Ende gleich steht. Für einen Sparplan sind sie nicht gemacht.
Wie viel Nasdaq 100 in dein Depot passt
Für die meisten Anleger sehe ich den Nasdaq 100 als Beimischung von 10 bis 20%, nicht als Kern. Der Kern sollte breiter sein.
Hier meine Faustregel, keine Anlageberatung:
- Kern mit 70 bis 90%: ein breiter Welt ETF oder ein S&P 500 ETF. Welcher Welt ETF für dich passt, erkläre ich im Vergleich MSCI World gegen FTSE All World.
- Beimischung mit 10 bis 20%: Nasdaq 100, wenn du bewusst mehr Technologie willst.
- Rechne deine Klumpen zusammen. Ein MSCI World hat bereits rund zwei Drittel USA und die großen Technologiewerte ganz oben. Mit 20% Nasdaq 100 dazu steckt schnell ein Drittel deines Depots in zehn Aktien.
- Frag dich selbst, ob du -80% aushalten würdest. Wenn die Antwort nein ist, nimm weniger.
Ein Beispiel mit 500 € Sparrate: 400 € in einen Welt ETF, 100 € in einen Nasdaq 100 ETF. So bekommst du mehr Technologie, ohne dein ganzes Vermögen an einen Sektor zu hängen.
Mein Fazit zum besten Nasdaq 100 ETF
Der beste Nasdaq 100 ETF ist nicht der größte. 2023 bis 2025 lagen die Swap ETFs von Invesco und Amundi vorne, günstige physische ETFs wie der BNP Paribas knapp dahinter.
Wenn du nur einen Satz aus diesem Artikel mitnimmst, dann diesen: Beim Nasdaq 100 entscheidet nicht der ETF über deinen Erfolg, sondern ob du den nächsten Absturz durchhältst. Der Unterschied zwischen dem besten und dem schlechtesten ETF lag bei 143 € in drei Jahren. Der Unterschied zwischen Durchhalten und Verkaufen im Jahr 2002 lag bei 80% deines Vermögens.
Ich aktualisiere diesen Vergleich jedes Quartal mit den neuen Zahlen zu Kosten, Volumen und Rendite.
Häufige Fragen zum Nasdaq 100 ETF
Welcher Nasdaq 100 ETF ist der beste?
Über die Jahre 2023 bis 2025 schnitten der Invesco Nasdaq 100 Swap und der Amundi Core Nasdaq 100 Swap am besten ab. Aus 10.000 € wurden rund 21.320 €. Unter den physischen ETFs lag der BNP Paribas Easy II mit 0,14% Kosten vorne. Der größte ETF von iShares lag 143 € hinter dem besten.
Welcher Nasdaq 100 ETF ist am günstigsten?
Am günstigsten sind der UBS Nasdaq 100 und der Amundi Core Nasdaq 100 mit jeweils 0,13% pro Jahr. Beide sind aber noch jung und klein. Der BNP Paribas Easy II kostet 0,14% und verwaltet rund 2,5 Mrd. €. Die großen ETFs von iShares und Invesco EQQQ kosten 0,30%.
Ist ein Swap ETF sicher?
Ein Swap ETF unterliegt denselben EU Regeln wie ein physischer ETF. Das Risiko, dass die Tauschbank ausfällt, ist auf höchstens 10% des Fondsvermögens begrenzt und in der Praxis meist deutlich geringer. Dafür erhält der Swap ETF die Indexrendite ohne US Quellensteuer auf Dividenden, was bei US Indizes einen kleinen Renditevorteil bringt.
Nasdaq 100 oder S&P 500, was ist besser?
Der Nasdaq 100 lief in den letzten zehn Jahren deutlich besser, mit +20,0% pro Jahr gegenüber +13,6% beim S&P 500, jeweils ohne Dividenden. Er ist aber konzentrierter und fällt in Krisen tiefer, 2022 um -35,6% gegenüber -25,4%. Als einziger US ETF halte ich den breiteren S&P 500 für die bessere Wahl.
Wie hoch ist die Vorabpauschale beim Nasdaq 100 ETF?
Für 2026 gilt ein Basiszins von 3,20%. Bei einem thesaurierenden Nasdaq 100 ETF mit 10.000 € Wert zum Jahresanfang fallen Anfang Januar 2027 rund 41 € Steuern an, sofern dein Sparerpauschbetrag aufgebraucht ist und keine Kirchensteuer anfällt. Die Vorabpauschale wird beim späteren Verkauf angerechnet.
Brauche ich für einen Nasdaq 100 ETF ein W-8BEN Formular?
Nein. Das W-8BEN Formular brauchst du nur für US Einzelaktien. Die Nasdaq 100 ETFs für deutsche Anleger haben ihren Sitz in Irland, Luxemburg oder Deutschland. Die US Quellensteuer regelt bei physischen ETFs der Fonds selbst, bei Swap ETFs fällt sie gar nicht an.
Quellen
- justETF: Top Nasdaq 100 ETFs, Fondsgrößen und Kosten Stand 29.09.26, Renditen Stand 31.08.26
- iShares Nasdaq 100 UCITS ETF, Factsheet August 2026, Stand 31.08.26
- iShares Nasdaq 100 UCITS ETF, Produktseite, Stand 22.09.26
- etf.at: Nasdaq 100 ETFs im Vergleich, Stand 13.09.26, für die währungsgesicherten Varianten
- FRED, Federal Reserve Bank of St. Louis: NASDAQ100, SP500 und DEXUSEU, abgerufen 29.09.26
- NWB Datenbank: BMF Schreiben vom 13.01.26 zum Basiszins für die Vorabpauschale
- Eigene Berechnungen: Verkettung der Kalenderjahresrenditen 2023 bis 2025, Rückschläge und Kursrenditen aus den FRED Tagesdaten