Unterbewertete US Aktien 2026: 5 Kandidaten laut unserem DCF Modell

Ich habe 52 in Deutschland beliebte US Aktien durch mein DCF Modell geschickt. 16 lassen sich sauber bewerten, und nur 5 davon liegen mehr als 15% unter ihrem Fair Value. Hier sind PayPal, Adobe, AbbVie, Altria und Salesforce im Detail, mit den Gründen, warum der Markt sie gerade meidet, und den Fallen, die du kennen solltest.

Die kurze Antwort: Von 16 US Aktien, die ich mit meinem eigenen DCF Modell bewerte, liegen Stand 29.09.26 genau 5 mehr als 15% unter Fair Value: PayPal (51,5%), Adobe (47,8%), AbbVie (28,3%), Altria (26,1%) und Salesforce (19,0%). Die großen KI Gewinner wie Nvidia sind dagegen deutlich teurer, als die Cashflows heute rechtfertigen.

Jeder will sie finden, die unterbewertete Aktie. Die, die alle übersehen. Die, die in drei Jahren doppelt so viel wert ist.

Das Problem: Fast jede Liste im Netz ist Bauchgefühl. Ein niedriges KGV hier, ein Analystenzitat da. Warum eine Aktie günstig sein soll, rechnet dir kaum jemand vor.

Ich mache es deshalb anders. Ich habe 52 US Aktien, die in Deutschland besonders gefragt sind, durch mein eigenes DCF Modell geschickt. Mit den Zahlen aus den Pflichtmeldungen an die US Börsenaufsicht SEC, drei Szenarien und einer klaren Rechnung. Heraus kommt eine kurze, ehrliche Liste.

Und mein Gefühl dazu: Günstig heißt nicht automatisch gut. Alle fünf Aktien auf dieser Liste sind aus einem Grund billig. Manchmal ist dieser Grund übertrieben. Manchmal ist er berechtigt. Genau das schauen wir uns an.

Das Wichtigste in 60 Sekunden

  • Die Zahl: 5 von 16 bewerteten US Aktien liegen mehr als 15% unter Fair Value. 7 sind fair bewertet, 4 deutlich zu teuer.
  • Die 5 Kandidaten: PayPal, Adobe, AbbVie, Altria und Salesforce.
  • Der gemeinsame Nenner: Der Markt fürchtet bei allen fünf ein strukturelles Problem, meist KI oder schrumpfende Kernmärkte.
  • Die Gegenseite: Nvidia, Merck, Johnson & Johnson und Procter & Gamble liegen deutlich über ihrem Fair Value.
  • Die Falle: Eine Aktie kann jahrelang billig bleiben. Achte auf die Frage, ob der freie Cashflow stabil bleibt.
Lupe aus Messing auf einer Kurstabelle, daneben ein dunkelblaues Notizbuch, Füller und Dollarmünzen
Symbolbild: Unterbewertete Aktien findest du nicht mit dem Bauch, sondern mit einer nachvollziehbaren Rechnung. Bild KI generiert.

So finde ich unterbewertete US Aktien

Eine Aktie ist für mich unterbewertet, wenn ihr Kurs deutlich unter dem Wert liegt, den ihre künftigen freien Cashflows heute wert sind. Das rechnet mein DCF Modell für jede Firma in drei Szenarien.

Das ist so, als würdest du eine Wohnung kaufen. Du schaust nicht nur auf den Preis pro Quadratmeter, sondern darauf, wie viel Miete sie über die Jahre einbringt und was dir diese Mieten heute wert sind. Genau das macht ein DCF Modell mit einer Firma.

Die Zutaten sind immer dieselben:

  1. Freier Cashflow aus den offiziellen Quartals und Jahresberichten bei der SEC, abzüglich der Vergütung in Aktien. Diese Kosten ignorieren viele Rechnungen, ich nicht.
  2. Wachstum aus der Prognose der Firma, wenn sie Zahlen nennt. Sonst aus dem Trend der letzten Quartale und drei Jahre.
  3. Kapitalkosten aus dem aktuellen Zins für zehnjährige US Staatsanleihen von 5,26%, der Marktrisikoprämie und der Schwankung der Aktie.
  4. Drei Szenarien: Bear, Base und Bull. Der Fair Value gewichtet sie mit 25%, 50% und 25%.

Der Abschlag zeigt, wie weit der Kurs unter dem Fair Value liegt. Bei einem Fair Value von 100 $ und einem Kurs von 70 $ sind das 30%. Ab 15% spreche ich von unterbewertet, weil jedes Modell eine Unschärfe hat. Wie das Modell im Detail funktioniert, steht auf der Seite zur Methodik. Mit dem DCF Rechner kannst du eigene Annahmen durchspielen.

Nicht jede Firma lässt sich per DCF bewerten

  • Banken und Versicherer wie UnitedHealth oder Coinbase: Ihr Cashflow hängt an Kapitalanlagen und Kundengeldern. Hier braucht es andere Methoden.
  • Firmen mit negativem freiem Cashflow wie CoreWeave, Rocket Lab, IonQ, Moderna oder Plug Power: Ohne positiven Cashflow ist jede Zahl reine Spekulation.
  • Sonderfälle wie McDonald’s mit negativem Eigenkapital oder Verizon mit hohen Ausgaben für Mobilfunkfrequenzen: Hier liefert mein Modell Werte, die ich nicht für belastbar halte. Deshalb veröffentliche ich sie nicht.

Die Rangliste: 16 US Aktien im Fair Value Check

Aus unserem Universum von über 120 beobachteten US Aktien betrachten wir in diesem Screening eine Auswahl von 16 Titeln (Stand 29.09.26). Fünf davon notieren mehr als 15% unter unserem fairen Modellwert, sieben sind grob fair bewertet, vier deutlich teurer. Alle 120 Modelle mit aktuellen Kursen und Kursabschlägen findest du im interaktiven Fair Value Dataset mit CSV Download.

Abschlag zum Fair Value: 16 US Aktien mit eigenem DCF, Stand 29.09.26Abschlag zum Fair Value in %-60-300+30+60PayPal+51,5%Adobe+47,8%AbbVie+28,3%Altria+26,1%Salesforce+19,0%PepsiCo+5,7%Mastercard+5,0%Visa+1,5%Nike-0,3%Pfizer-0,8%Broadcom-0,8%Meta-7,1%Procter & Gamble-16,8%Johnson & Johnson-24,4%Merck & Co.-29,5%Nvidia-67,7%
Eigene Berechnung: Abschlag = (Fair Value minus Kurs) geteilt durch Fair Value. Fair Value = 25% Bear, 50% Base, 25% Bull. Kurse vom 28. und 29.09.26. Navy: mehr als 15% unter Fair Value. Keine Anlageberatung.
AktieKursFair ValueAbschlag
PayPal53,89 $111 $+51,5%
Adobe231,05 $443 $+47,8%
AbbVie263,29 $367 $+28,3%
Altria68,72 $93 $+26,1%
Salesforce225,31 $278 $+19,0%
Eigenes DCF Modell auf Basis von SEC Daten. Momentaufnahme mit Kursen vom Stichtag 29.09.26. Die fortlaufenden Werte in unserer Live Watchlist (wie Adobe 439 $ und Altria 91,5 $ per 06.10.26) passen sich dynamisch an Börsenschlusskurse und neue Quartalsberichte an. Keine Anlageberatung.

Die aktuellen Kurse und Bewertungen aller Werte siehst du jeden Handelstag neu in unserer Aktienliste. Die Liste wächst: Seit dieser Woche beobachte ich dort 52 US Aktien, die in Deutschland besonders oft gekauft und gesucht werden.

Auffällig ist, was fehlt. Kein einziger der großen KI Gewinner schafft es auf die Liste der günstigen Aktien. Die fünf Kandidaten haben dagegen alle eine Gemeinsamkeit: Der Markt traut ihrem Geschäftsmodell nicht mehr. Ob zu Recht, schauen wir uns jetzt einzeln an.

Platz 1: PayPal, 51,5% unter Fair Value

PayPal ist nach meinem Modell die am stärksten unterbewertete Aktie der Liste. Der Kurs unterstellt ein Anfangswachstum von fast -12%, also ein schrumpfendes Geschäft, obwohl der Umsatz weiter wächst.

KennzahlPayPal
Kurs53,89 $
Fair Value (Bear / Base / Bull)72 $ / 110 $ / 152 $
KGV9,7
Freier Cashflow zum Börsenwert13,9%
Vom Kurs eingepreistes Anfangswachstum-11,9%
Eigenes DCF Modell, Zahlen laut SEC bis 30.06.26, Kurs vom 29.09.26.

Warum PayPal so billig ist: Das Jahr 2026 war für Aktionäre brutal. Im Februar fiel die Aktie an einem Tag um rund 20%, nachdem PayPal die Erwartungen verfehlt und einen schwachen Ausblick gegeben hatte. Gleichzeitig musste Chef Alex Chriss gehen. Seit 01.03.26 führt Enrique Lores, zuvor Chef von HP, das Unternehmen.

Lores hat im Mai etwas gesagt, das man selten von einem Konzernchef hört: PayPal habe jahrelang zu wenig in seine Technik investiert. Das Kerngeschäft, der PayPal Button beim Bezahlen im Netz, wuchs im ersten Quartal nur noch um 2% währungsbereinigt. Apple Pay und Google Pay sind auf dem Handy bequemer.

Was für PayPal spricht: Das Gesamtvolumen der Zahlungen stieg im ersten Quartal um 11% auf 464 Mrd. $. Die Zahl der aktiven Konten wächst wieder leicht, auf 439 Millionen. Lores hat PayPal in drei Geschäftsbereiche aufgeteilt und will in zwei bis drei Jahren mindestens 1,5 Mrd. $ Kosten einsparen, auch mit KI in der Entwicklung und im Betrieb.

Meiner Meinung nach ist PayPal der Klassiker einer möglichen Value Falle. Der Cashflow ist hoch, aber die Frage ist, ob er bleibt. Wenn der Button weiter an Boden verliert, schrumpft genau das Geschäft mit den höchsten Margen. Mein Bear Szenario von 72 $ liegt trotzdem über dem heutigen Kurs. Das heißt: Der Markt rechnet mit einem Szenario, das schlechter ist als mein pessimistisches.

Das Stichwort KI: Einkaufen über KI Assistenten wird zum neuen Schlachtfeld. Wer dort als Bezahlmethode hinterlegt ist, gewinnt. Kritische Analysten sehen hier eher Visa und Mastercard vorn. Wenn PayPal in diesem Feld Fuß fasst, ist der heutige Kurs ein Geschenk. Wenn nicht, bleibt die Aktie billig.

Platz 2: Adobe, 47,8% unter Fair Value

Adobe wächst zweistellig, verdient glänzend und notiert trotzdem so günstig wie seit Jahren nicht. Der Grund ist ein einziges Wort: KI.

KennzahlAdobe
Kurs231,05 $
Fair Value (Bear / Base / Bull)257 $ / 436 $ / 641 $
KGV12,5
Freier Cashflow zum Börsenwert11,6%
Umsatzprognose Geschäftsjahr26,58 bis 26,63 Mrd. $ (+11,9%)
Eigenes DCF Modell, Zahlen laut SEC bis 28.08.26, Kurs vom 28.09.26. Prognose aus der Quartalsmitteilung der Firma.

Warum Adobe so billig ist: Anleger fürchten, dass KI Bildgeneratoren das Geschäft mit Photoshop, Illustrator und Premiere aushöhlen. Wenn jeder per Texteingabe ein Bild erzeugen kann, wer braucht dann noch ein teures Abo? Die Aktie startete 2026 bei 349,99 $ und steht jetzt bei rund 231 $.

Dazu kommen zwei Unsicherheiten. Im dritten Quartal lag der Ausblick für das vierte Quartal leicht unter den Erwartungen. Und am 01.12.26 gibt Shantanu Narayen nach mehr als 18 Jahren den Chefposten an Anil Chakravarthy ab und wird Executive Chair. Dass Narayen kurz nach den Zahlen Aktien für rund 31 Mio. $ verkauft hat, hat die Stimmung nicht verbessert.

Was für Adobe spricht: Die Zahlen selbst. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 13% auf 6,76 Mrd. $, der bereinigte Gewinn je Aktie auf 6,13 $. Die wiederkehrenden Umsätze aus reinen KI Produkten legten um mehr als 150% auf über 650 Mio. $ zu. Adobe verkauft KI also längst selbst, statt nur von ihr bedroht zu werden.

Das Spannende an Adobe ist: Selbst mein Bear Szenario von 257 $ liegt über dem aktuellen Kurs. Der Markt preist ein Schrumpfen ein, das in den Zahlen nicht zu sehen ist. Die ausführliche Analyse findest du in meiner Adobe Aktie Analyse.

Adobe zahlt keine Dividende. Die Rendite kommt aus Aktienrückkäufen und aus dem Kurs. Für Einkommensinvestoren ist Adobe deshalb weniger interessant als Altria oder AbbVie.

    Platz 3: AbbVie, 28,3% unter Fair Value

    AbbVie hat geschafft, woran viele Pharmakonzerne scheitern: den Patentverlust seines größten Medikaments aufzufangen. Trotzdem ist die Aktie laut Modell klar unterbewertet.

    KennzahlAbbVie
    Kurs263,29 $
    Fair Value (Bear / Base / Bull)188 $ / 355 $ / 571 $
    Freier Cashflow zum Börsenwert3,9%
    Vom Kurs eingepreistes Anfangswachstum2,4%
    Eigenes DCF Modell, Zahlen laut SEC bis 30.06.26, Kurs vom 29.09.26. Das KGV ist durch Abschreibungen auf Übernahmen stark verzerrt und hier nicht aussagekräftig.

    Die Lage: Humira war jahrelang das umsatzstärkste Medikament der Welt. Seit Nachahmerprodukte auf dem Markt sind, bricht der Umsatz ein, im zweiten Quartal um rund 36% auf 756 Mio. $. Gleichzeitig wachsen die Nachfolger Skyrizi und Rinvoq um jeweils rund 24%, zusammen auf 8,03 Mrd. $ im Quartal. Der Konzernumsatz stieg um 10,2% auf 16,99 Mrd. $.

    Warum der Markt zögert: AbbVie hat seine Gewinnprognose für 2026 leicht gesenkt, auf 13,87 bis 14,07 $ bereinigten Gewinn je Aktie. Grund ist die geplante Übernahme von Apogee Therapeutics für rund 10,9 Mrd. $. Dazu kommt die Dauerdebatte um US Medikamentenpreise.

    Nüchtern betrachtet ist AbbVie der Kandidat, bei dem mein Modell am empfindlichsten reagiert. Die Aktie schwankt wenig, deshalb rechnet das Modell mit niedrigen Kapitalkosten von 7,4%. Schon ein Prozentpunkt mehr drückt den Fair Value spürbar. Das Bear Szenario liegt mit 188 $ unter dem heutigen Kurs. Die Sicherheitsmarge ist also kleiner, als der Abschlag vermuten lässt.

    Für Dividendenanleger ist AbbVie trotzdem spannend. Die Dividende liegt bei rund 2,5% und steigt seit Jahren. Auf US Dividenden behält die USA mit gültigem W-8BEN 15% Quellensteuer ein. Wie du das richtig einrichtest, steht in der W-8BEN Ausfüllhilfe.

    Platz 4: Altria, 26,1% unter Fair Value

    Altria ist die unbeliebteste Aktie auf dieser Liste, und gleichzeitig eine der beständigsten Geldmaschinen der US Börse. Der Kurs unterstellt ein Anfangswachstum von rund -6%, also ein deutlich schrumpfendes Geschäft.

    KennzahlAltria
    Kurs68,72 $
    Fair Value (Bear / Base / Bull)50 $ / 89 $ / 144 $
    KGV14,4
    Freier Cashflow zum Börsenwert7,9%
    Vom Kurs eingepreistes Anfangswachstum-5,8%
    Eigenes DCF Modell, Zahlen laut SEC bis 30.06.26, Kurs vom 29.09.26.

    Die Lage: Die Amerikaner rauchen weniger. Die ausgelieferten Zigaretten sanken im zweiten Quartal um 3,2%. Altria gleicht das seit Jahren mit Preiserhöhungen aus, die Marge im Zigarettengeschäft lag zuletzt bei knapp 65%. Der Umsatz blieb im zweiten Quartal mit 6,11 Mrd. $ stabil, der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 2,8%.

    Für 2026 erwartet Altria 5,61 bis 5,72 $ bereinigten Gewinn je Aktie, ein Plus von 3,5% bis 5,5%. Trotzdem fiel die Aktie am Tag der Zahlen um gut 9%, weil der Gewinn knapp unter den Erwartungen lag.

    Was dagegen spricht: Das Geschäft schrumpft langfristig. Die Nikotinbeutel der Marke on! wachsen zwar, sind aber noch klein. Und Altria ist eine Tabakfirma. Wer ethisch investiert, streicht sie ohnehin.

    Was dafür spricht: Im ersten Halbjahr zahlte Altria 3,6 Mrd. $ Dividende. Auf den aktuellen Kurs ergibt das eine Dividendenrendite von rund 6%. Mein Bear Szenario von 50 $ liegt unter dem Kurs. Altria ist also keine sichere Wette, aber eine, bei der du fürs Warten bezahlt wirst.

    Was von der Dividende nach allen Steuern übrig bleibt, rechnest du mit dem Dividenden Netto Rechner aus. Bei 1.000 € Dividende sind es mit gültigem W-8BEN rund 744 €.

    Platz 5: Salesforce, 19,0% unter Fair Value

    Salesforce ist der Grenzfall der Liste. Der Abschlag ist kleiner, dafür ist die Firma im Umbau zum KI Anbieter weiter als viele denken.

    KennzahlSalesforce
    Kurs225,31 $
    Fair Value (Bear / Base / Bull)144 $ / 272 $ / 424 $
    KGV19,1
    Freier Cashflow zum Börsenwert8,2%
    Umsatzprognose Geschäftsjahr46,1 bis 46,4 Mrd. $ (+11,4%)
    Eigenes DCF Modell, Zahlen laut SEC bis 31.07.26, Kurs vom 29.09.26. Prognose aus der Quartalsmitteilung der Firma.

    Die Angst des Marktes: Wenn KI Agenten die Arbeit im Vertrieb und Kundenservice übernehmen, braucht eine Firma weniger Software Lizenzen pro Mitarbeiter. Das trifft das klassische Abo Modell von Salesforce direkt. Die Aktie schwankte in den letzten zwölf Monaten zwischen 146 $ und 269 $.

    Die Antwort von Salesforce: Die KI Agenten selbst verkaufen. Die wiederkehrenden Umsätze der Plattform Agentforce lagen im zweiten Quartal bei über 1,5 Mrd. $, ein Plus von mehr als 240%. Zusammen mit dem Datengeschäft sind es rund 3,9 Mrd. $. Die vertraglich gesicherten Umsätze der nächsten zwölf Monate wuchsen um 14% auf 33,5 Mrd. $.

    Ein Teil des Wachstums ist allerdings zugekauft. Die Übernahme von Informatica trägt mehrere Prozentpunkte zum Umsatzplus bei. Organisch wächst Salesforce einstellig. Das erklärt, warum der Abschlag kleiner ist als bei Adobe.

    Fair bewertet: Visa, Mastercard und Meta

    Sieben Aktien liegen innerhalb von 15% um ihren Fair Value. Hier bekommst du nach meinem Modell ungefähr das, wofür du bezahlst, nicht mehr und nicht weniger.

    AktieKursFair ValueAbschlag
    PepsiCo128,69 $137 $+5,7%
    Mastercard563,58 $593 $+5,0%
    Visa367,86 $374 $+1,5%
    Nike35,84 $36 $-0,3%
    Pfizer28,72 $29 $-0,8%
    Broadcom355,10 $352 $-0,8%
    Meta715,54 $668 $-7,1%
    Eigenes DCF Modell. Kurse vom 28.09.26 (Visa, Meta) und 29.09.26.

    Fair bewertet heißt nicht langweilig. Visa und Mastercard sind Qualitätsaktien, die fast nie billig zu haben sind. Ein fairer Preis ist für solche Firmen oft schon ein guter Einstieg. Warum Visa für mich zu den stärksten Geschäftsmodellen der Börse gehört, steht in der Visa Aktie Analyse.

    Broadcom und Meta sind die einzigen großen KI Profiteure, die nach meinem Modell im fairen Bereich liegen. Allerdings nur, weil das Modell für beide bereits ein sehr hohes Wachstum der nächsten Jahre einrechnet, bei Broadcom 35% und bei Meta rund 26% im ersten Jahr. Bleibt der KI Boom aus, sieht die Rechnung anders aus.

    Deutlich zu teuer: Nvidia, Merck und Johnson & Johnson

    Vier Aktien liegen mehr als 15% über ihrem Fair Value. Das heißt nicht, dass sie fallen müssen. Es heißt, dass der Kurs sehr viel Zukunft vorwegnimmt.

    AktieKursFair ValueAbschlag
    Procter & Gamble148,32 $127 $-16,8%
    Johnson & Johnson272,03 $219 $-24,4%
    Merck & Co.149,28 $115 $-29,5%
    Nvidia228,89 $137 $-67,7%
    Eigenes DCF Modell. Kurse vom 28.09.26 (Nvidia, Johnson & Johnson) und 29.09.26.

    Nvidia ist der spannendste Fall. Das Modell rechnet bereits mit 35% Umsatzwachstum im ersten Jahr. Trotzdem kommt es nur auf rund 137 $. Um den heutigen Kurs zu rechtfertigen, müsste Nvidia mit einem Wachstum von fast 50% starten, das erst über zehn Jahre langsam abflacht. Das ist nicht unmöglich, aber es ist eine Wette auf Perfektion. Die ganze Rechnung steht in der Nvidia Aktie Analyse.

    Bei Johnson & Johnson ist die Lage anders: solides Geschäft, aber der Kurs ist 2026 stärker gestiegen als die Cashflows. Details in der Johnson & Johnson Analyse.

    Und Microsoft, Apple, Alphabet? Mein Modell sieht auch sie deutlich über dem Fair Value. Ich prüfe diese drei Bewertungen gerade noch einmal im Detail, bevor ich sie veröffentliche. Bei Firmen dieser Größe will ich sicher sein, dass Sondereffekte die Rechnung nicht verzerren.

    Value Falle oder Chance? Fünf Fragen vor dem Kauf

    Eine günstige Aktie ist nur dann eine Chance, wenn der Grund für den Abschlag übertrieben ist. Diese fünf Fragen stelle ich mir, bevor ich eine Aktie für unterbewertet halte.

    1. Bleibt der freie Cashflow stabil? Ein hoher Cashflow nützt nichts, wenn er in drei Jahren halbiert ist. Bei Altria und PayPal ist das die Kernfrage.
    2. Liegt das Bear Szenario über dem Kurs? Bei PayPal und Adobe ja. Dann rechnet der Markt pessimistischer als mein pessimistischstes Szenario.
    3. Was müsste passieren, damit ich falsch liege? Bei Adobe: ein echter Umsatzrückgang durch KI Konkurrenz. Bei AbbVie: ein Rückschlag bei Skyrizi oder Rinvoq.
    4. Wie hoch ist die Verschuldung? Hohe Schulden verstärken jeden Fehler. AbbVie und Altria sind stärker verschuldet als Adobe oder PayPal.
    5. Gibt es einen Auslöser? Ein neuer Chef, eine Übernahme, ein Quartal mit besseren Zahlen. Ohne Auslöser kann eine Aktie jahrelang billig bleiben.

    Meine Faustregel zur Gewichtung

    • Keine Einzelaktie über 5% des Depots, schon gar nicht eine, die der Markt gerade meidet.
    • Nachkaufen in Etappen statt alles auf einmal. Günstige Aktien können noch günstiger werden.
    • Die Basis bleibt breit: Ein S&P 500 ETF als Kern, Einzelaktien als Beimischung. Welcher ETF passt, steht im Vergleich Bester S&P 500 ETF.

    Earnings im Herbst: Hier entscheidet sich die These

    Die nächsten Quartalszahlen sind für alle fünf Kandidaten ein Prüfstein. Hier zeigt sich, ob der Markt zu pessimistisch war oder recht hatte.

    AktieNächste ZahlenWorauf ich achte
    Altriavoraussichtlich Ende OktoberZigarettenvolumen, on! Marktanteil
    AbbVievoraussichtlich Ende OktoberSkyrizi und Rinvoq, Prognose 2026
    PayPalvoraussichtlich Anfang NovemberWachstum des PayPal Buttons, Marge
    Salesforcevoraussichtlich Anfang DezemberAgentforce Umsatz, organisches Wachstum
    Adobevoraussichtlich Mitte DezemberAusblick 2027, erster Auftritt des neuen Chefs
    Termine voraussichtlich, auf Basis der üblichen Berichtszyklen. Die genauen Termine veröffentlichen die Firmen einige Wochen vorher.

    Alle Termine der großen US Konzerne im Oktober findest du in meinem Überblick zur Earnings Saison. Nach jedem Quartal aktualisiere ich die Fair Values. Die Tabelle in diesem Artikel ist deshalb eine Momentaufnahme.

    Was das für dich als deutschen Anleger bedeutet

    Unterbewertete US Aktien kaufst du bei jedem deutschen Broker genauso wie jede andere Aktie. Wichtig sind drei Dinge: Handelsplatz, Währung und Steuern.

    Handelsplatz: Die meisten Neobroker handeln US Aktien über deutsche Handelsplätze in Euro. Die Spanne zwischen Kauf und Verkaufskurs ist dort außerhalb der US Handelszeiten größer. Wenn es geht, kaufe zwischen 15:30 und 22:00 Uhr deutscher Zeit, dann ist die New Yorker Börse geöffnet. Welcher Broker für US Aktien am günstigsten ist, steht in meinem Broker Vergleich für US Aktien.

    Währung: Du kaufst ein Stück Dollar mit. Steigt der Euro, verlierst du auf dem Papier, auch wenn die Aktie gleich bleibt. Bei EUR/USD 1,1355 kostet ein Dollar gerade rund 88 Cent.

    Steuern: Auf Dividenden von Altria, AbbVie, PayPal oder Salesforce behält die USA Quellensteuer ein. Mit gültigem W-8BEN sind es 15%, ohne sind es 30%. Die zusätzlichen 15% rechnet dir das Finanzamt nicht an. Alles dazu steht in der großen Quellensteuer Anleitung.

    Mein Fazit zu unterbewerteten US Aktien

    Fünf von 16 bewerteten US Aktien sind laut meinem Modell klar unterbewertet. Das ist keine lange Liste, und das ist gut so. Die Börse ist 2026 insgesamt teuer, echte Schnäppchen sind selten.

    Am stärksten überzeugen mich die Fälle, in denen selbst das Bear Szenario über dem Kurs liegt: PayPal und Adobe. Beide haben ein echtes Problem, beide verdienen aber weiterhin sehr viel Geld. Altria und AbbVie sind eher etwas für Dividendenanleger mit Geduld. Salesforce ist der Grenzfall mit der spannendsten KI Geschichte.

    Und aus meiner Sicht ist die Gegenseite fast genauso interessant. Dass Nvidia nach meinem Modell rund zwei Drittel über dem Fair Value liegt, heißt nicht, dass du verkaufen musst. Es heißt, dass du wissen solltest, wie viel Zukunft du bezahlst.

    Du willst sehen, wie sich die Abschläge verändern? Die Aktienliste aktualisiert Kurse und Bewertungen an jedem Handelstag. Und bevor du die erste US Dividende kassierst: Das W-8BEN in fünf Minuten ausfüllen spart dir die Hälfte der Quellensteuer.

    *Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Die Fair Values stammen aus einem automatischen DCF Modell mit öffentlichen Daten und sind Schätzungen mit großer Unsicherheit. Stand: 30.09.26.*

    Häufige Fragen zu unterbewerteten US Aktien

    Welche US Aktien sind 2026 unterbewertet?

    Laut meinem DCF Modell liegen Stand 29.09.26 fünf von 16 bewerteten US Aktien mehr als 15% unter ihrem Fair Value: PayPal mit 51,5%, Adobe mit 47,8%, AbbVie mit 28,3%, Altria mit 26,1% und Salesforce mit 19,0%. Die Werte ändern sich mit jedem Kurs und jedem Quartalsbericht.

    Wie erkenne ich, ob eine Aktie unterbewertet ist?

    Vergleiche den Kurs mit dem Wert der künftigen freien Cashflows, dem Fair Value. Ein niedriges KGV allein reicht nicht. Wichtig sind stabiler Cashflow, eine tragbare Verschuldung und die Frage, ob selbst ein pessimistisches Szenario noch über dem Kurs liegt.

    Ist Nvidia 2026 überbewertet?

    Nach meinem DCF Modell ja. Der Fair Value liegt bei rund 137 $, der Kurs am 28.09.26 bei 228,89 $. Um den Kurs zu rechtfertigen, müsste Nvidia mit fast 50% Wachstum starten, das erst über zehn Jahre langsam abflacht. Das ist möglich, aber eine Wette auf ein nahezu perfektes Szenario.

    Was ist eine Value Falle?

    Eine Value Falle ist eine Aktie, die billig aussieht, weil ihr Geschäft dauerhaft schrumpft. Der niedrige Preis spiegelt dann kein Missverständnis wider, sondern die Realität. Typische Warnzeichen sind sinkende Cashflows, steigende Schulden und ein Kerngeschäft, das Marktanteile verliert.

    Warum steht Apple nicht auf der Liste?

    Mein Modell sieht Apple, Microsoft und Alphabet deutlich über dem Fair Value. Bei Firmen dieser Größe prüfe ich die Bewertung noch einmal im Detail, bevor ich sie veröffentliche. Unterbewertet sind sie nach dem aktuellen Stand aber nicht.

    Wie oft wird die Liste aktualisiert?

    Die Kurse in der Aktienliste aktualisieren sich an jedem Handelstag. Die Fair Values überarbeite ich nach jedem Quartalsbericht. Diesen Artikel aktualisiere ich einmal pro Quartal mit einer neuen Rangliste.

    Quellen

    Redaktionelle Transparenz & Primärquellen
    Prüfprotokoll dieser Analyse
    Geprüft am: 06.10.26 durch Michael Khanna
    Primärquellen: SEC 10 K Filings aller 16 Titel, SEC XBRL Cashflow Daten, IEX Kursdaten zum Stichtag 29.09.26
    Gegenprüfung: Bear, Base und Bull Szenarien (25/50/25 Gewichtung) mathematisch konsistent zu den Modellwerten
    Ausschluss: Keine fremden Kursziele, keine automatischen Empfehlungen
    Offenlegung & Haltung: Dieser Beitrag enthält keine Partnerlinks und keine Anzeigen. Eigene Positionen: Michael Khanna hält Alphabet und Berkshire Hathaway (siehe Transparenzseite). Keine Anlageberatung.