Berkshire Hathaway Aktie unter Greg Abel: Was sich nach Buffett ändert und was sie wert ist

Seit dem 01.01.26 führt Greg Abel Berkshire Hathaway. Buffett ist nur noch Chairman. Seitdem kauft Berkshire wieder eigene Aktien, investiert wieder netto in Aktien und hat zwei Firmen für zusammen 16 Mrd. $ gekauft. Ich zeige dir die Zahlen aus dem Quartalsbericht, die Bewertung über den Buchwert und warum die Aktie für deutsche Anleger steuerlich besonders ist.

Stand: Oktober 2026 · SEC Form 10-Q & 13F Filings von Berkshire Hathaway geprüft · Keine Anlageberatung

Die kurze Antwort: Berkshire Hathaway wird seit dem 01.01.26 von Greg Abel geführt. Im zweiten Quartal 2026 stieg der operative Gewinn um 16% auf 12,98 Mrd. $, Berkshire kaufte für rund 4,5 Mrd. $ eigene Aktien zurück und hält trotzdem noch 359 Mrd. $ Cash und T Bills. Die B Aktie kostet etwa das 1,44 fache ihres Buchwerts von rund 349 $.

Stell dir vor, du erbst einen Familienbetrieb. Nicht irgendeinen, sondern den erfolgreichsten der Welt. Der Gründer sitzt noch im Aufsichtsrat, jeder Kunde kennt seinen Namen, und alle schauen dir bei jedem Schritt auf die Finger.

Genau in dieser Lage ist Greg Abel seit Januar.

Meiner Meinung nach: Ich habe lange gedacht, Berkshire ohne Buffett ist wie die Rolling Stones ohne Mick Jagger. Die Musik ist noch da, aber der Grund, warum man hingeht, ist weg. Dann habe ich mir die Zahlen der ersten beiden Quartale unter Abel genauer angeschaut. Mein Eindruck heute: Abel macht vieles wie Buffett. Aber an ein paar entscheidenden Stellen handelt er schneller.

In diesem Artikel bekommst du alles, was du als deutscher Anleger zur Berkshire Hathaway Aktie wissen musst: wer Greg Abel ist, was sich seit Januar verändert hat, was die Zahlen aus dem Quartalsbericht wirklich sagen, wie teuer die Aktie ist und warum sie steuerlich für dich etwas ganz Besonderes ist. Alle Zahlen stammen direkt aus den Berichten an die US Börsenaufsicht SEC.

Das Wichtigste in 60 Sekunden

  • Neuer Chef: Greg Abel ist seit dem 01.01.26 CEO, Warren Buffett bleibt Chairman.
  • Zahlen Q2/26: operativer Gewinn 12,98 Mrd. $ (+16%), ohne Währungseffekte und Holdingerträge aber nur rund +5%.
  • Kapital: Rückkäufe wieder aktiv (rund 4,8 Mrd. $ im ersten Halbjahr), dazu OxyChem für 9,4 Mrd. $ und Taylor Morrison für 6,8 Mrd. $ gekauft.
  • Bewertung: Kurs rund 502 $, Buchwert rund 349 $ je B Aktie, also Kurs Buchwert Verhältnis 1,44.
  • Für dich als Deutscher: keine Dividende, also keine US Quellensteuer und kein W-8BEN nötig. Steuer fällt erst beim Verkauf an.
Konferenztisch mit Lederordner und Geschäftsbericht, im Hintergrund ein Güterzug
Eisenbahn, Versicherungen, Energie: Berkshire ist eher ein Konzern als eine Aktie.

Wer ist Greg Abel?

Greg Abel ist ein Kanadier, der seit 2000 für Berkshire arbeitet und vorher acht Jahre lang alle Geschäfte außerhalb der Versicherungen geführt hat. Er kommt aus dem Energiebereich und hat Berkshire Hathaway Energy groß gemacht. Kein Investor wie Buffett, sondern eher ein Manager, der Betriebe versteht.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Buffett war ein Kapitalverteiler. Er hat entschieden, wohin das Geld fließt, und die Betriebe weitgehend in Ruhe gelassen. Abel kennt die Betriebe von innen. Er weiß, wie viele Güterwagen BNSF bewegt und was ein Kraftwerk in Iowa kostet.

Die Versicherungen leitet weiterhin Ajit Jain. Und das Aktienportfolio betreut zum Teil Ted Weschler, wie Abel in seinem ersten Brief an die Aktionäre bestätigt hat.

Der erste Brief: bewusst langweilig

In seinem ersten Aktionärsbrief Ende Februar 2026 hat Abel klargemacht, dass sich an Kultur und Grundsätzen nichts ändert. Keine Dividende, solange jeder einbehaltene Dollar mehr als einen Dollar Börsenwert schafft. Rückkäufe nur, wenn die Aktie unter dem inneren Wert liegt, vorsichtig geschätzt. Fast wortgleich hätte das Buffett schreiben können.

Das ist so, als würde ein neuer Trainer beim FC Bayern bei der ersten Pressekonferenz sagen: Wir spielen weiter mit Viererkette. Langweilig? Ja. Aber genau das wollen die Fans in dem Moment hören.

Und dann hat er einen Satz geschrieben, der mir hängen geblieben ist. Über Pilot, die Tankstellenkette, an der Berkshire seit 2017 beteiligt ist, aber erst 2023 die Kontrolle übernehmen durfte: Dieser Fehler werde nicht noch einmal passieren. Ein CEO, der Fehler aus der Buffett Ära offen anspricht. Das gefällt mir.

Was sich seit Januar verändert hat

Abel redet wie Buffett, handelt aber schneller. In nur sechs Monaten hat Berkshire wieder eigene Aktien zurückgekauft, zwei Firmen übernommen und zum ersten Mal seit Jahren mehr Aktien gekauft als verkauft.

ThemaUnter Buffett (2024 bis 2025)Unter Abel (2026)
Eigene Aktienseit Mai 2024 keine Rückkäuferund 4,8 Mrd. $ im ersten Halbjahr
Aktienportfolio14 Quartale netto verkauftQ2/26 netto rund 20 Mrd. $ gekauft
Übernahmenwenige große DealsOxyChem 9,4 Mrd. $, Taylor Morrison 6,8 Mrd. $
Dividendekeinekeine

Die Rückkäufe sind zurück

Im März 2026 hat Berkshire zum ersten Mal seit Mai 2024 wieder eigene Aktien gekauft. Im ersten Quartal waren es nur rund 0,2 Mrd. $, im zweiten Quartal dann rund 4,5 Mrd. $.

Warum ist das wichtig? Berkshire kauft laut den Regeln nur dann eigene Aktien, wenn der CEO nach Rücksprache mit dem Chairman glaubt, dass der Kurs unter dem inneren Wert liegt. Ein Rückkauf ist also ein Signal: Der Chef hält die eigene Aktie für zu billig. Und zwar mit dem Geld der Aktionäre, nicht nur mit Worten.

Eine harte Grenze gibt es übrigens auch: Berkshire kauft keine Aktien zurück, wenn dadurch Cash und T Bills unter 30 Mrd. $ fallen würden. Bei 359 Mrd. $ ist das im Moment Theorie.

Zwei Übernahmen in sieben Monaten

Am 02.01.26 hat Berkshire OxyChem gekauft, die Chemiesparte von Occidental Petroleum, für rund 9,4 Mrd. $. Am 24.07.26 folgte der Hausbauer Taylor Morrison für rund 6,8 Mrd. $, also 72,50 $ je Aktie in bar.

Beides passt zum Muster. OxyChem produziert Grundchemikalien wie Chlor und Natronlauge, langweilig, aber unverzichtbar. Taylor Morrison baut Einfamilienhäuser in den USA und ergänzt Clayton Homes, das Berkshire schon seit 2003 gehört. Abel kauft also keine Träume, sondern Betriebe mit greifbarem Produkt.

Wieder Käufer an der Börse

Im zweiten Quartal 2026 hat Berkshire netto rund 20 Mrd. $ in Aktien investiert. Damit endete eine Serie von 14 Quartalen, in denen Berkshire immer mehr Aktien verkauft als gekauft hatte.

Wer genau was gekauft hat, verrät erst die Meldung an die SEC, das sogenannte 13F. Die größten Positionen laut 13F zum 30.06.26 und was sich verändert hat, findest du in meinem Artikel zum Warren Buffett Portfolio.

Die Zahlen: Was der Quartalsbericht wirklich sagt

Der operative Gewinn stieg im zweiten Quartal um 16% auf 12,98 Mrd. $, aber ein großer Teil davon kommt aus Währungseffekten. Rechnet man die nur heraus, wuchsen die fünf großen Sparten zusammen um rund 5%.

Buffett hat immer gesagt, dass der Nettogewinn bei Berkshire fast nichts aussagt, weil er die Kursschwankungen des Aktienportfolios enthält. Im zweiten Quartal waren das allein 12,7 Mrd. $ Kursgewinne. Deshalb schaue ich, wie Buffett, nur auf den operativen Gewinn.

Berkshire Hathaway: Gewinn nach Sparten im zweiten QuartalGewinn nach Steuern, Mio. $Versicherung, Underwriting1.9921.731Versicherung, Kapitalerträge3.3673.059BNSF Eisenbahn1.4661.558Energie (BHE)702891Industrie, Dienstleistung, Handel3.6014.470Q2/25Q2/26
Quelle: Berkshire Hathaway Quartalsbericht (Form 10 Q) für Q2 2026, eingereicht am 10.08.26, Tabelle der Ergebnisse nach Steuern. Ohne Kursgewinne aus Aktien und ohne Sonstiges (Währungseffekte, Zinserträge der Holding).
Sparte (nach Steuern)Q2/25Q2/26Veränderung
Versicherung, Underwriting1.9921.731-13%
Versicherung, Kapitalerträge3.3673.059-9%
BNSF Eisenbahn1.4661.558+6%
Energie (BHE)702891+27%
Industrie, Handel3.6014.470+24%
Sonstiges321.274siehe unten
Operativ gesamt11.16012.983+16%

Alle Werte in Mio. $.

Der Haken beim Plus von 16%

Der Posten Sonstiges ist von 32 Mio. $ auf 1.274 Mio. $ gesprungen, und das hat wenig mit dem Geschäft zu tun. Berkshire hat Anleihen in Yen und Euro ausgegeben. Wenn der Dollar steigt oder fällt, entstehen darauf Buchgewinne oder Buchverluste. Im zweiten Quartal 2025 waren das 877 Mio. $ Verlust, ein Jahr später 326 Mio. $ Gewinn.

Ohne Sonstiges kommen die fünf großen Sparten auf 11.709 Mio. $ nach 11.128 Mio. $. Das sind +5%. Solide, aber eben keine 16%.

Ich erwähne das, weil viele Schlagzeilen im August nur die 16% gebracht haben. Wenn du eine Aktie kaufst, solltest du wissen, woher das Wachstum kommt.

Versicherung: das Herz schlägt langsamer

Der Gewinn aus dem Versicherungsgeschäft fiel um 13%, die Kapitalerträge der Versicherer um 9%. Das erste ist normal, Versicherungsgewinne schwanken mit Unwettern und Schäden. Das zweite hat einen klaren Grund: Die Zinsen auf kurzfristige US Staatsanleihen sind gesunken, und Berkshire hat über 300 Mrd. $ darin geparkt.

Das eigentlich Geniale an Berkshire ist der sogenannte Float. Kunden zahlen ihre Versicherungsprämien heute, Schäden werden aber oft erst Jahre später fällig. In der Zwischenzeit darf Berkshire das Geld anlegen. Ende Juni waren das 177,5 Mrd. $. Und weil die Versicherer im ersten Halbjahr unterm Strich Gewinn gemacht haben, war dieses Geld sogar besser als kostenlos. Stell dir vor, die Bank zahlt dir dafür, dass du dir 177 Mrd. $ leihst.

Eisenbahn, Energie, Industrie: hier wächst Berkshire

BNSF verdiente 6% mehr, die Energiesparte 27% mehr, Industrie und Handel 24% mehr. Bei Industrie und Handel steckt allerdings auch OxyChem drin, das seit Januar dazugehört. Ein Teil des Wachstums ist also gekauft, nicht verdient.

Bei BNSF ist interessant, dass Abel die Eisenbahn in seinem Brief offen kritisiert hat. Sie müsse besser werden. Im zweiten Quartal stiegen die Bahnumsätze um 15% auf 6,56 Mrd. $. Ob das der Beginn einer Wende ist, zeigen erst die nächsten Quartale.

KI und Earnings: Wo Berkshire dabei ist

Berkshire ist kein KI Konzern, profitiert aber über das Aktienportfolio. Laut 13F zum 30.06.26 hielt Berkshire Alphabet im Wert von rund 37,8 Mrd. $ und Apple für rund 66,0 Mrd. $. Beide investieren Milliarden in künstliche Intelligenz. Wenn Alphabet starke Zahlen zur Google Cloud meldet, steigt also auch der Buchwert von Berkshire.

Berkshire selbst meldet seine Quartalszahlen traditionell an einem Samstagmorgen, damit Anleger das Wochenende zum Lesen haben. Die Zahlen für das zweite Quartal kamen am Samstag, 08.08.26. Die Zahlen für das dritte Quartal sind Anfang November zu erwarten. Welche großen US Konzerne im Oktober berichten, habe ich in meinem Earnings Kalender gesammelt.

Was ist die Berkshire Aktie wert?

Mit einem Kurs Buchwert Verhältnis von rund 1,44 ist Berkshire weder ein Schnäppchen noch teuer. Ein klassisches DCF Modell, wie ich es für Visa oder Nvidia nutze, funktioniert bei Berkshire nicht gut, weil Versicherer, Eisenbahn und Portfolio völlig unterschiedlich ticken. Deshalb nutze ich, wie viele Berkshire Kenner, den Buchwert als Anker.

Berkshire Hathaway in Zahlen: Börsenwert gegen BilanzMrd. $Börsenwert1.075,5Eigenkapital747,9Cash und T Bills359,2Aktienportfolio323,8Float177,5
Quelle: Quartalsbericht Form 10 Q für Q2 2026 (Stand 30.06.26, Cash und T Bills aus Versicherung und Industrie, abzüglich offener Käufe). Börsenwert: 502,42 $ je B Aktie am 29.09.26 mal 2,141 Mrd. B Äquivalente laut Deckblatt (Stand 29.07.26).

So komme ich auf die Zahlen:

  • Eigenkapital zum 30.06.26: 747,9 Mrd. $
  • Aktien: 488.450 A Aktien und 1.408.035.161 B Aktien. Eine A Aktie entspricht 1.500 B Aktien, zusammen also rund 2,141 Mrd. B Äquivalente.
  • Buchwert je B Aktie: 747,9 Mrd. $ geteilt durch 2,141 Mrd. = rund 349 $
  • Kurs am 29.09.26: 502,42 $, also rund 442 € bei einem Wechselkurs von 1,1355
  • Kurs Buchwert Verhältnis: 502,42 $ geteilt durch 349 $ = 1,44

Was der Buchwert dir sagt

Früher hat Buffett eine feste Grenze genannt: Rückkäufe bis zum 1,2 fachen Buchwert. 2018 hat Berkshire diese Regel abgeschafft, weil der Buchwert durch die Bilanzregeln für Aktien immer weniger über den wahren Wert aussagt. Als Orientierung taugt er trotzdem.

Kurs Buchwert VerhältnisKurs je B AktieAbstand zu heute
1,2 (alte Rückkaufgrenze)419 $-17%
1,44 (heute)502 $0%
1,6559 $+11%

Abel hat im zweiten Quartal Aktien für rund 4,5 Mrd. $ zurückgekauft. Die Monatsschlusskurse lagen damals zwischen rund 474 $ und 500 $, also etwa beim 1,36 bis 1,43 fachen Buchwert. Wenn der Chef in diesem Bereich kauft, hält er die Aktie dort offensichtlich für günstig. Heute liegt der Kurs leicht darüber. Für mich heißt das: fair bewertet, kein Schnäppchen mehr wie im Frühjahr.

Ehrlich gesagt: Einen eigenen Fair Value veröffentliche ich für Berkshire erst, wenn mein Modell für Versicherer und Mischkonzerne fertig und geprüft ist. Wie ich bei allen anderen Aktien rechne, steht offen in meiner Methodik zum Fair Value. Ich will dir keine Zahl hinstellen, hinter der ich nicht zu 100% stehe.

Die Risiken

Das größte Risiko ist nicht ein Crash, sondern Mittelmaß. Berkshire ist mit über 1 Bio. $ Börsenwert so groß, dass hohe Renditen schwer werden. Morningstar hat es so formuliert: Die Ergebnisse im letzten Jahrzehnt waren eher durchschnittlich.

Dazu kommen konkrete Risiken:

  • Waldbrände: PacifiCorp, eine Tochter der Energiesparte, steht wegen Bränden aus 2020 und 2022 vor Gericht. Die Kosten können weiter steigen.
  • Zinsen: Jeder Prozentpunkt weniger Zins auf 300 Mrd. $ T Bills kostet vor Steuern rund 3 Mrd. $ Ertrag im Jahr.
  • Schlüsselpersonen: Ajit Jain ist 74. Für die Versicherungen gibt es keinen bekannten Nachfolger.
  • Übernahmen: Wer viel Geld hat, neigt dazu, zu viel zu bezahlen. Kraft Heinz ist das abschreckende Beispiel, Berkshire musste darauf 2025 3,8 Mrd. $ abschreiben.

Berkshire für deutsche Anleger: der Steuertrick

Weil Berkshire keine Dividende zahlt, fällt für dich weder US Quellensteuer noch deutsche Abgeltungsteuer an, solange du nicht verkaufst. Das macht die Aktie steuerlich zu einem der effizientesten Wertpapiere, die du als deutscher Anleger kaufen kannst.

Vergleiche das mit einer klassischen Dividendenaktie wie Coca Cola. Auf jede Dividende behält der US Fiskus 15% ein, mit W-8BEN. Danach kassiert das deutsche Finanzamt noch einmal den Rest bis zur Abgeltungsteuer. Ohne W-8BEN sind es sogar 30% Quellensteuer, und den Überhang bekommst du nur mit Aufwand zurück.

Bei Berkshire passiert das alles nicht. Coca Cola zahlt die Dividende an Berkshire, Berkshire legt sie wieder an, und du zahlst erst Steuer, wenn du verkaufst. Das ist so, als würde dein Geld jahrzehntelang mit einem zinslosen Kredit vom Finanzamt arbeiten.

WasCoca Cola AktieBerkshire B Aktie
US Quellensteuer15% auf jede Dividendekeine
W-8BENnötignicht nötig
Steuer läuft jährlichjanein
Steuer beim Verkauf26,375% auf den Gewinn26,375% auf den Gewinn

Auch gegenüber einem thesaurierenden ETF hat Berkshire einen Vorteil. Für ETFs zieht dein Broker jedes Jahr im Januar die Vorabpauschale ein. Für Einzelaktien gibt es die nicht. Was die Vorabpauschale 2027 kostet, zeige ich im Artikel zur Vorabpauschale.

Zwei Nachteile solltest du kennen. Erstens gibt es bei Einzelaktien keine Teilfreistellung wie bei Aktien ETFs. Zweitens kannst du Verluste aus Aktien nur mit Gewinnen aus Aktien verrechnen. Und noch ein Punkt: Im neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 ist Berkshire als Einzelaktie nicht erlaubt.

So kaufst du Berkshire in Deutschland

Kaufe die B Aktie (ISIN US0846707026), nicht die A Aktie. Eine A Aktie kostet über 700.000 $. Die B Aktie kostet rund 1/1.500 davon und hat fast dieselben Rechte, nur deutlich weniger Stimmrecht.

Du bekommst sie bei jedem deutschen Broker, über Tradegate, gettex oder Xetra. Am besten kaufst du, wenn die US Börse offen ist, also zwischen 15:30 und 22:00 Uhr deutscher Zeit. Dann sind die Spreads am engsten. Welcher Broker für US Aktien am günstigsten ist, steht in meinem Vergleich Broker für US Aktien. Wenn du ganz neu bist, starte mit meiner Anleitung US Aktien kaufen.

Mein Fazit zur Berkshire Hathaway Aktie

Berkshire unter Greg Abel ist kein anderer Konzern, aber ein aktiverer. Rückkäufe, Übernahmen und Aktienkäufe zeigen, dass der Geldberg nicht ewig wachsen soll. Gleichzeitig bleibt die Bilanz so stark, dass kaum ein Unternehmen der Welt eine Krise besser überstehen würde.

Für wen passt die Aktie? Für dich, wenn du ein ruhiges Fundament für dein US Depot suchst, keine Dividende brauchst und Steuern so spät wie möglich zahlen willst. Nicht für dich, wenn du auf schnelles Wachstum hoffst oder regelmäßige Ausschüttungen willst.

Ich persönlich sehe Berkshire als eine Art Sparbuch mit Aktienrendite. Man wird damit nicht über Nacht reich. Aber man schläft gut.

Und für die Dividendenaktien in deinem Depot, bei denen die Quellensteuer sehr wohl eine Rolle spielt: Die W-8BEN Checkliste erledigt das in fünf Minuten. Was danach netto übrig bleibt, rechnest du mit dem Dividenden Netto Rechner nach.

Häufige Fragen

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Nutze unsere redaktionellen Checklisten und Tabellen vor deiner nächsten Investmententscheidung:

Wer ist der Chef von Berkshire Hathaway?

Seit dem 01.01.26 ist Greg Abel CEO von Berkshire Hathaway. Warren Buffett hat sich Ende 2025 als CEO zurückgezogen und bleibt Chairman. Die Versicherungen leitet weiterhin Ajit Jain.

Zahlt Berkshire Hathaway eine Dividende?

Nein. Berkshire hat seit 1967 keine Dividende gezahlt. Greg Abel hat in seinem ersten Aktionärsbrief bestätigt, dass es dabei bleibt, solange jeder einbehaltene Dollar mehr als einen Dollar Börsenwert schafft.

Welche Berkshire Aktie sollte ich als Deutscher kaufen?

Die B Aktie mit der ISIN US0846707026. Sie kostet rund 1/1.500 der A Aktie, ist an allen deutschen Handelsplätzen handelbar und hat bis auf das Stimmrecht dieselben Rechte.

Brauche ich für Berkshire ein W-8BEN?

Für Berkshire selbst nicht, weil es keine Dividende gibt und deshalb keine US Quellensteuer anfällt. Für andere US Aktien mit Dividende solltest du das W-8BEN aber unbedingt ausfüllen, sonst behält der US Fiskus 30% statt 15% ein.

Wie viel Cash hat Berkshire Hathaway?

Zum 30.06.26 hielten Versicherung und Industrie rund 359,2 Mrd. $ in Cash und kurzfristigen US Staatsanleihen, abzüglich offener Käufe. Dazu kommen Aktien im Wert von rund 323,8 Mrd. $.

Ist die Berkshire Aktie teuer?

Mit einem Kurs Buchwert Verhältnis von rund 1,44 liegt sie im mittleren Bereich. Die alte Rückkaufgrenze von Buffett lag beim 1,2 fachen Buchwert, also heute bei rund 419 $. Abel hat im zweiten Quartal bei Kursen zwischen rund 474 $ und 500 $ eigene Aktien zurückgekauft.

Prüfprotokoll und Transparenz

Geprüft am: 10.10.26 durch Michael Khanna (Offizieller SEC Form 10-Q Berichtsstand: Q2 2026; Aktienanzahl laut SEC Deckblatt vom 29.07.26; Börsenkurse Stand 29.09.26)
Primärquellen: SEC EDGAR Form 10-K Geschäftsbericht Berkshire Hathaway Inc. (CIK 0001067983), SEC Form 10-Q Quartalsbericht Q2 2026 (eingereicht am 10.08.26), Berkshire Hathaway Jahresbriefe an die Aktionäre von Warren E. Buffett.
Gegenprüfung: öffentlich publizierte SEC Form 13F Portfolio-Meldungen zu Berkshire Hathaways US-Börsenbeteiligungen (inkl. Apple- und Bank of America Reduzierungen).
Offenlegung: Der Autor hält persönliche Positionen in Berkshire Hathaway (BRK.B). Dieser Beitrag dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.

Quellen

Redaktioneller Risikohinweis und Transparenz

Hinweis nach § 85 WpHG: Die auf USAktienHub.de veröffentlichten Analysen, Berechnungen und Ratgeber dienen ausschließlich der allgemeinen Information und finanziellen Bildung. Sie stellen keine Anlageberatung, steuerliche Beratung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Der Handel mit Aktien, ETFs und Derivaten birgt finanzielle Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Historische Renditen und mathematische Modellrechnungen bieten keine Garantie für die künftige Wertentwicklung.

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