Flatex zählt zu den traditionsreichsten Online-Brokern im deutschsprachigen Raum und ist in Österreich der unangefochtene Marktführer unter den steuereinfachen Brokern. Besonders Anleger mit Wohnsitz in Wien, Graz, Linz oder Salzburg schätzen Flatex, weil der Broker die österreichische Kapitalertragsteuer (KESt) vollautomatisch an das Finanzamt abführt. Doch wie verhält sich die flatexDEGIRO Bank SE bei US-Dividendenaktien? Wird das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit den USA automatisch berücksichtigt, musst du als Anleger ein behördliches W-8BEN Formular ausfüllen und wie viel Nettoertrag bleibt nach Abzug von US-Quellensteuer, Devisenmarge und KESt tatsächlich auf deinem Konto übrig? In diesem Leitfaden analysieren wir die genaue Cent-für-Cent Abrechnung für Österreich und Deutschland, decken Devisengebühren auf und zeigen dir, worauf du in der Abrechnung achten musst.
Kein W-8BEN Formular nötig: Als regulierte europäische Vollbank besitzt die flatexDEGIRO Bank SE beim US-Finanzamt IRS den Status eines Qualified Intermediary (QI). Der ermäßigte DBA-Quellensteuersatz von 15 Prozent wird auf Dividenden regulärer US-Aktiengesellschaften vollautomatisch angewendet.
Nettoauszahlung in Österreich: Nach Abzug von 15 Prozent US-Quellensteuer und Anrechnung auf die 27,5 Prozent österreichische KESt (verbleibende KESt: 12,5 Prozent) verbleiben dir exakt 72,50 Prozent deiner Bruttodividende netto. Es besteht Endbesteuerungswirkung.
Nettoauszahlung in Deutschland: Deutsche Flatex-Kunden erhalten nach Verrechnung mit der Abgeltungsteuer und dem Solidaritätszuschlag exakt 74,45 Prozent netto (ohne Kirchensteuer), sofern kein Sparer-Pauschbetrag mehr frei ist.
1. Automatischer W-8BEN-Status: flatexDEGIRO Bank SE als Qualified Intermediary
Die größte Sorge vieler Privatanleger vor dem ersten Kauf einer US-Aktie (wie Microsoft, Apple, Realty Income oder Johnson & Johnson) ist der gefürchtete bürokratische Aufwand mit den US-Finanzbehörden. Häufig wird in Internetforen behauptet, man müsse vor jeder Dividendenzahlung das Formular W-8BEN (Certificate of Foreign Status of Beneficial Owner for United States Tax Withholding and Reporting) händisch ausfüllen und per Post an den Broker senden.
Für Flatex-Kunden gilt eine erfreuliche Entwarnung: Du musst bei Flatex kein W-8BEN-Formular manuell einreichen.
Hinter der Marke Flatex steht die flatexDEGIRO Bank SE mit Hauptsitz in Frankfurt am Main sowie einer eigenen registrierten Niederlassung für Österreich in Graz und Wien. Als voll reguliertes europäisches Kreditinstitut besitzt die flatexDEGIRO Bank SE beim US-Finanzamt Internal Revenue Service (IRS) den Status eines Qualified Intermediary (QI).
Dieser Qualified-Intermediary-Status gewährt der Bank das Recht, die steuerliche Identität und den Ansässigkeitsstaat ihrer Kunden treuhänderisch festzustellen. Die Legitimationskette funktioniert dabei wie folgt:
- Amtliche Identitätsprüfung: Bei der Kontoeröffnung weist du deinen Hauptwohnsitz in Österreich oder Deutschland mittels Reisepass oder Personalausweis nach.
- Steuerliche Erfassung: Durch Angabe deiner österreichischen Steuer-Identifikationsnummer (bzw. Sozialversicherungsnummer) oder deiner deutschen Steuer-ID dokumentiert Flatex deine unbeschränkte Steuerpflicht im jeweiligen Abkommensstaat.
- Digitale Verwahrerkette: Flatex hinterlegt die gesammelten Ansässigkeitsdaten digital bei den US-Zentralverwahrern (Depository Trust Company, DTC). Dadurch wird an der US-Quelle nicht der US-Höchstsatz von 30 Prozent einbehalten, sondern direkt der reduzierte Satz von 15 Prozent nach Artikel 10 Absatz 2 des bilateralen Doppelbesteuerungsabkommens (DBA).
Dieser Status gilt ab der ersten Dividendengutschrift dauerhaft, solange deine Stammdaten aktuell bleiben. Wie sich Flatex im Vergleich zu anderen Brokern schlägt, erfährst du in unserem Grundlagen-Leitfaden Welche Broker führen die Steuer automatisch ab sowie im umfassenden Broker für US Aktien Vergleich.
2. Die Steuerrechnung in Österreich: 15 % US-Quellensteuer plus 12,5 % KESt
In Österreich unterliegen Dividenden aus Aktien der besonderen Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5 Prozent (§ 27a Absatz 1 Einkommensteuergesetz Österreich). Flatex ist für österreichische Steuerinländer ein sogenannter steuereinfacher Broker. Das bedeutet: Flatex ermittelt die Steuer centgenau, führt sie direkt an das Finanzamt Österreich ab und stellt die gesetzliche Endbesteuerung nach § 97 EStG sicher. Du musst die Erträge nicht mehr in das Formular E1kv eintragen.
Nach Artikel 10 Absatz 2 des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Österreich und den USA dürfen die Vereinigten Staaten eine Quellensteuer von maximal 15 Prozent erheben. Österreich rechnet diese 15 Prozent ausländische Quellensteuer voll auf die inländische KESt-Schuld an (§ 1 Absatz 2 der Verordnung zur Vermeidung von Doppelbesteuerung).
Musterrechnung für Österreich: 100,00 US-Dollar Bruttodividende
Angenommen, ein US-Unternehmen schüttet 100,00 US-Dollar Dividende aus. Flatex rechnet den Betrag zum Devisenkurs der Europäischen Zentralbank (unterstellt: 1 Euro = 1,0800 US-Dollar) um:
| Bruttodividende in USD: | 100,00 USD |
| Devisenabrechnungskurs (1 EUR = 1,08 USD): | 1,0800 USD/EUR |
| Bruttoertrag in Euro: | 92,59 EUR |
| Einbehaltene US-Quellensteuer (15 % DBA-Satz): | -13,89 EUR |
| Reguläre österreichische KESt (27,5 %): | 25,46 EUR |
| Anrechnung der US-Quellensteuer auf österr. KESt: | +13,89 EUR |
| Tatsächlich abgezogene Rest-KESt (12,5 %): | -11,57 EUR |
| Nettorechtlicher Auszahlungsbetrag: | 67,13 EUR |
In Österreich gibt es im Gegensatz zu Deutschland keinen Sparer-Pauschbetrag. Jeder Euro Dividende wird ab dem ersten Cent besteuert. Durch die automatische Anrechnung bei Flatex zahlst du jedoch keinen Cent Doppelbesteuerung: Die Summe aus US-Quellensteuer (15 Prozent) und Rest-KESt (12,5 Prozent) ergibt exakt den österreichischen KESt-Satz von 27,5 Prozent. Du kannst diese Rechnung jederzeit in unserem interaktiven Netto Dividendenrechner nachprüfen.
3. Die Steuerrechnung in Deutschland: 15 % DBA-Anrechnung plus 10,55 % Abgeltungsteuer
Für Anleger mit Steuerwohnsitz in Deutschland wickelt die flatexDEGIRO Bank SE die deutsche Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag (Gesamtsteuerbelastung: 26,375 Prozent) ab.
Bei der Commerzbank-Tochter Comdirect und bei der ING haben wir die deutsche Verrechnungslogik bereits analysiert (siehe die Leitfäden Comdirect US Quellensteuer & W-8BEN sowie ING Depot Quellensteuer & W-8BEN). Flatex folgt in Deutschland exakt denselben gesetzlichen Bestimmungen nach § 43a Absatz 3 EStG:
- 15 % US-Quellensteuer werden an der Quelle einbehalten.
- Die US-Steuer wird voll auf die 25 Prozent deutsche Abgeltungsteuer angerechnet. Es verbleiben lediglich 10 Prozent Rest-Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Abgeltungsteuer, was rechnerisch 10,55 Prozent des Bruttobetrags entspricht.
- Dem deutschen Flatex-Kunden verbleiben exakt 74,45 Prozent seiner Dividende als Nettoauszahlung (ohne Kirchensteuer).
- Freistellungsauftrag: Hast du bei Flatex Deutschland einen Freistellungsauftrag (bis zu 1.000 Euro für Alleinstehende / 2.000 Euro für Verheiratete) hinterlegt, zieht Flatex 0,00 Euro deutsche Steuer ab. Die 15 Prozent US-Steuer wandern in den Verrechnungstopf für ausländische Quellensteuer und werden bei nachfolgenden Erträgen erstattet.
4. Automatischer Verlustausgleich: Österreichisches Depot vs. deutsches Depot
Ein wesentlicher Vorteil von Flatex gegenüber nicht steuereinfachen Auslandsbrokern (wie Interactive Brokers oder Degiro) ist die rechtssichere Verrechnung von Gewinnen und Verlusten innerhalb des Kalenderjahres.
Der automatische Verlustausgleich in Österreich (§ 93 Abs. 1 EStG)
In Österreich führt Flatex einen zentralen Verlustverrechnungstopf. Realisierst du beispielsweise einen Kursverlust von 500 Euro beim Verkauf einer Aktie, wird dieser Verlust sofort mit zuvor einbehaltener KESt aus Dividenden verrechnet. Flatex erstattet dir die bereits abgezogene KESt binnen Sekunden automatisch als Steuergutschrift auf dein Verrechnungskonto.
Wichtig: Nach österreichischem Steuerrecht dürfen Aktienverluste nur mit anderen Kapitaleinkünften (wie Dividenden oder Kursgewinnen aus Aktien und ETFs) verrechnet werden, nicht jedoch mit Zinserträgen aus klassischen Bankguthaben.
Die Verlusttöpfe in Deutschland (§ 20 Abs. 6 EStG)
Für deutsche Kunden führt Flatex die gesetzlich vorgeschriebene Trennung zwischen dem allgemeinen Verlusttopf (für Fonds, ETFs, Derivate, Zinsen) und dem speziellen Aktienverlusttopf (ausschließlich für Verluste aus dem Verkauf von Einzelaktien). Dividenden dürfen in Deutschland mit dem allgemeinen Verlusttopf verrechnet werden.
5. Schritt für Schritt: Flatex Ertragsgutschrift im Dokumentenarchiv prüfen
Nach jeder US-Dividendenausschüttung stellt Flatex das Abrechnungs-PDF in dein persönliches Dokumentenarchiv ein. Du findest das Dokument im Webportal unter Post / Archiv -> Dokumentenarchiv oder in der Flatex Next App.
Kontrolliere jede Ertragsabrechnung anhand folgender Prüfpunkte:
- Wertpapierbezeichnung & Lagerstelle: Steht dort die korrekte US-ISIN und stimmt die Stückzahl mit deinem Depotbestand am Tag vor dem Ex-Tag überein?
- Bruttobetrag in USD: Stimmt der Dollardividendenbetrag mit der offiziellen Investor-Relations-Veröffentlichung des Unternehmens überein?
- Devisenmittelkurs: Flatex weist den Umrechnungskurs transparent aus. Bei Flatex fällt eine Devisenmarge an (siehe nächster Abschnitt).
- Zeile „Ausländische Quellensteuer 15 %“: Kontrolliere zwingend, dass hier 15 Prozent einbehalten wurden. Stehen dort 30 Prozent, liegt ein administrativer Fehler vor (siehe unseren Spezial-Ratgeber US-Dividenden Abrechnung prüfen).
- Zeile „Anrechenbare Quellensteuer“: In Österreich muss die US-Steuer die 27,5 Prozent KESt um 15 Prozentpunkte auf 12,5 Prozent reduzieren. In Deutschland muss sie die Abgeltungsteuer mindern.
- Endbetrag: Der ausgewiesene Nettobetrag muss exakt mit der Buchung auf deinem Verrechnungskonto (Cash-Konto) übereinstimmen.
6. Fremdwährungs-Spreads: Wie Flatex US-Dividenden in Euro umrechnet
Ein wichtiger, oft übersehener Renditefaktor bei Auslandsinvestments sind die Devisenumrechnungskosten. Da US-Unternehmen ihre Dividenden in US-Dollar ausschütten, muss der Betrag für dein Euro-Verrechnungskonto konvertiert werden.
Flatex nutzt für die Währungsumrechnung den offiziellen Referenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB), wendet darauf jedoch eine handelsübliche Devisenmarge an:
- Die Flatex Devisenmarge: Bei Flatex beträgt der Auf- bzw. Abschlag auf den Devisenkurs in der Regel 0,004 (rund 0,40 Prozent) des Abrechnungswertes.
- Keine fixe Fremdwährungsgebühr: Im Gegensatz zu manchen traditionellen Filialbanken verlangt Flatex keine pauschale Mindestgebühr von fünf oder zehn Euro pro Fremdwährungseingang. Das macht Flatex auch für kleinere Dividendeneingänge von 20 oder 50 Euro wirtschaftlich attraktiv.
- Währungskonten: Bei Flatex Österreich und Flatex Deutschland werden Erträge standardmäßig in Euro gutgeschrieben. Wer Fremdwährungsrisiken aktiv steuern möchte, kann bei Flatex separate Währungskonten anlegen, muss dabei jedoch die Verrechnungsmodalitäten beachten.
7. Orderpraxis für US-Aktien: Tradegate, Xetra und direkte Wall-Street-Orders
Flatex zeichnet sich durch eine klare Gebührenstruktur ohne prozentuale Staffelung aus. Während Banken wie Comdirect oder ING eine volumenabhängige Provision verlangen (0,25 Prozent des Ordervolumens), setzt Flatex auf feste Orderpauschalen:
| Handelsplatz | Flatex Festpreis | Fremdkosten / Entgelte | Typische Gesamtkosten |
|---|---|---|---|
| Tradegate Exchange | 5,90 EUR | 0,00 EUR (keine Börsengebühr) | 5,90 EUR pauschal |
| Xetra (Frankfurt) | 5,90 EUR | ca. 1,50 bis 2,50 EUR | ca. 7,40 bis 8,40 EUR |
| US-Börsen (NYSE/NASDAQ) | 5,90 EUR | US-Börsenspesen + SEC Fee (ca. 5 bis 10 EUR) | ca. 11,00 bis 16,00 EUR |
Die optimale Handelsstrategie: Für 95 Prozent aller US-Standardaktien (wie Microsoft, Nvidia, Coca-Cola oder Realty Income) ist die Ausführung über Tradegate Exchange für 5,90 Euro pauschal die kostengünstigste Variante. Handle stets während der Kernhandelszeit zwischen 15:30 Uhr und 17:30 Uhr MEZ, wenn die US-Märkte geöffnet sind und die Spreads auf Tradegate ihr Minimum erreichen. Mehr zum Thema findest du in unserer Analyse Aktien Broker Vergleich 2026.
8. Die 4 Sonderfälle bei Flatex: US REITs, PTP Section 1446(f) und ADRs
Auch bei einem steuereinfachen Broker wie Flatex erfordern bestimmte US-Wertpapierklassen besondere Aufmerksamkeit:
1. US Real Estate Investment Trusts (REITs)
US-Immobilien-Aktiengesellschaften wie Realty Income (O) oder Simon Property Group unterliegen in den USA einer nachgelagerten steuerlichen Einstufung. Ausschüttungen bestehen oft aus Dividenden, steuerfreier Kapitalrückzahlung (Return of Capital) und Kapitalgewinnen. Flatex zieht zunächst regulär 15 Prozent US-Quellensteuer ab und verrechnet die KESt. Sobald im ersten Quartal des Folgejahres die endgültigen Einstufungen nach US-Formular 1099-DIV vorliegen, führt Flatex automatisch eine Steuerkorrektur durch. Anleger erhalten zu viel gezahlte Steuern unkompliziert rückvergütet.
2. Publicly Traded Partnerships (PTPs) nach Section 1446(f)
Seit 2023 greift bei US-Partnerschaften (z. B. Energy Transfer, Enterprise Products Partners) die strenge US-Regel nach IRC Section 1446(f). Diese verlangt einen 10-prozentigen Steuerabzug auf den gesamten Brutto-Verkaufserlös. Flatex hat darauf reagiert und den Handel von betroffenen PTPs und MLPs für Privatanleger weitgehend eingeschränkt oder mit Warnhinweisen versehen, um Kunden vor existenzbedrohenden Fehlbesteuerungen zu schützen.
3. American Depositary Receipts (ADRs)
Wer nicht-amerikanische Unternehmen über US-Hinterlegungsscheine hält (wie z. B. Shell, Taiwan Semiconductor oder Bilibili ADRs), muss mit der jährlichen DTC Pass-Through Fee der US-Verwahrstelle rechnen (zwischen 0,01 und 0,05 US-Dollar je Anteil). Flatex leitet diese Verwahrgebühr transparent weiter und bucht sie gesondert auf dem Verrechnungskonto ab.
4. Abschaffung der Depotgebühr
Ein wichtiger historischer Meilenstein: Flatex hat die frühere prozentuale Depotführungsgebühr im Jahr 2023 vollständig und dauerhaft abgeschafft. Die Depotführung ist bei Flatex sowohl in Deutschland als auch in Österreich zu 100 Prozent kostenlos.
Der Haken: Die Dividendenfalle bei flatex und wo die Schmerzgrenze liegt
Flatex ist für viele Anleger im DACH-Raum, insbesondere in Österreich, die erste Adresse für den Wertpapierhandel. Doch wer sein Depot mit dem Ziel aufbaut, einen verlässlichen Cashflow aus US-Dividendenaktien zu generieren, muss einen entscheidenden Kostenpunkt kennen, der bei anderen Brokern so nicht existiert:
- 1. Die pauschale Gebühr auf Auslandsdividenden: Flatex erhebt bei ausländischen Dividendenzahlungen (je nach Kontomodell und Land) eine Pauschale von bis zu 5,90 Euro pro Ausschüttung, sofern diese einen Freibetrag übersteigt oder über bestimmte Lagerstellen abgewickelt wird. Für Anleger, die monatliche Dividendenzahler (wie Realty Income oder Main Street Capital) in kleineren Tranchen halten und 3 bis 5 Euro monatlich erhalten, führt diese Gebühr zu einem rechnerischen Totalverlust der Dividende! Bei Neobrokern oder der ING ist die Dividendengutschrift dagegen ausnahmslos kostenlos.
- 2. Fixe Ordergebühren von 5,90 Euro plus Spesen: Flatex wirbt mit 5,90 Euro Festpreis pro Order. Über Tradegate oder Direkthandel kommen jedoch noch Fremdkosten hinzu, sodass eine Einzelorder in der Praxis selten unter 7 Euro bleibt. Für Sparraten unter 250 Euro ist der prozentuale Gebührenabzug damit deutlich zu hoch.
- 3. Die Kehrseite für Österreicher (Das große Plus): Trotz dieser Nachteile ist flatex für österreichische Privatanleger oft alternativlos. Denn flatex.at führt die 27,5 Prozent KESt vollautomatisch an das österreichische Finanzamt ab. Bei Trade Republic oder Scalable Capital müssen Anleger in Österreich jede US-Dividende und jeden Verkauf mühsam selbst in der Steuererklärung (Formular E1kv) deklarieren. Wer sich diesen Steueraufwand sparen will, nimmt die flatex-Gebühren oft zähneknirschend in Kauf.
Mein Rat aus der Praxis: Halte bei flatex keine US-Positionen mit winzigen monatlichen Ausschüttungen unter 25 Euro Bruttodividende. Setze flatex vor allem für quartalsweise ausschüttende Großkonzerne (wie Johnson & Johnson, Microsoft oder Procter & Gamble) mit höheren Positionsgrößen ab 3.000 Euro ein, bei denen die Fixgebühren prozentual nicht mehr ins Gewicht fallen.
9. Vergleich: Flatex vs. Trade Republic vs. Scalable Capital vs. ING
Wie positioniert sich Flatex im direkten Vergleich mit den anderen führenden Brokern für US-Dividendenaktien?
| Merkmal | Flatex | Trade Republic | Scalable Capital | ING Depot |
|---|---|---|---|---|
| Steuereinfach Österreich | Ja (27,5 % KESt autom.) | Nein (nur E1kv) | Nein (nur E1kv) | Nein (nur DE-Steuer) |
| Steuereinfach Deutschland | Ja (26,375 % autom.) | Ja (26,375 % autom.) | Ja (26,375 % autom.) | Ja (26,375 % autom.) |
| Automatischer W-8BEN (15 %) | Ja (QI-Status) | Ja (QI-Status) | Ja (QI-Status) | Ja (QI-Status) |
| Orderkosten US-Aktien | 5,90 EUR flat | 1,00 EUR Fremdkosten | 0,99 EUR / Flatrate | 4,90 EUR + 0,25 % |
| Direkte US-Börsen (NYSE) | Ja (ab 5,90 EUR + Spesen) | Nein (nur L&S) | Nein (gettex & Xetra) | Ja (ab 14,90 EUR) |
| Detailratgeber | Dieser Ratgeber | Trade Republic Guide | Scalable Guide | ING Guide |
Fazit: Für Anleger in Österreich ist Flatex die unumstrittene Referenz, da Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital keine österreichische KESt abführen und Anleger zwingen, jede Dividendenzahlung händisch in der Steuererklärung zu deklarieren. In Deutschland ist Flatex eine verlässliche Flat-Fee-Alternative zu den prozentual bepreisten Direktbanken.
10. Praxis-Checkliste vor dem Kauf von US-Dividendenaktien bei Flatex
Gehe vor deiner ersten US-Order bei Flatex diese 6 Schritte durch:
- Steuerdaten kontrollieren: Vergewissere dich in deinen Flatex Stammdaten, dass dein Steuerwohnsitz (Österreich oder Deutschland) und deine Steuer-ID korrekt erfasst sind.
- Freistellungsauftrag (nur Deutschland): Hinterlege als deutscher Steuerzahler deinen Freistellungsauftrag im Flatex Service-Bereich.
- Handelsplatz Tradegate wählen: Wähle für Standardwerte die Tradegate Exchange mit 5,90 Euro Festpreis ohne Zusatzspesen.
- Handelszeitfenster nutzen: Platziere Aufträge vorzugsweise zwischen 15:30 Uhr und 17:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit.
- Immer mit Limit ordern: Gib bei Flatex grundsätzlich ein Kauflimit ein, um Slippage zu vermeiden.
- Abrechnungs-PDF kontrollieren: Prüfe nach der Ausschüttung im Dokumentenarchiv, ob genau 15 Prozent US-Quellensteuer einbehalten wurden.
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11. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich bei Flatex ein W-8BEN Formular einreichen?
Nein. Die flatexDEGIRO Bank SE besitzt den Status eines Qualified Intermediary (QI) beim US-Finanzamt IRS. Kunden werden bei der Depoteröffnung automatisch legitimiert, sodass der ermäßigte DBA-Quellensteuersatz von 15 Prozent ab der ersten Dividende ohne Formular gilt.
Wie viel Steuern behält Flatex in Österreich von US-Dividenden ein?
In Österreich behält Flatex 15 Prozent US-Quellensteuer ein und rechnet diese auf die 27,5 Prozent österreichische KESt an. Die verbleibende KESt beträgt somit 12,5 Prozent. Dem Anleger verbleiben exakt 72,50 Prozent als Nettoauszahlung. Es besteht volle Endbesteuerungswirkung.
Wie viel Steuern behält Flatex in Deutschland von US-Dividenden ein?
In Deutschland rechnet Flatex die 15 Prozent US-Quellensteuer auf die Abgeltungsteuer an. Es fallen lediglich 10,55 Prozent Rest-Abgeltungsteuer inklusive Solidaritätszuschlag an. Dem deutschen Anleger verbleiben exakt 74,45 Prozent netto (ohne Kirchensteuer), sofern der Sparer-Pauschbetrag erschöpft ist.
Ist Flatex in Österreich steuereinfach?
Ja, Flatex ist in Österreich zu 100 Prozent steuereinfach. Die KESt wird automatisch an das Finanzamt abgeführt und es findet ein automatischer unterjähriger Verlustausgleich statt. Es ist keine Eintragung in die Steuererklärung (Formular E1kv) nötig.
Fallen bei Flatex Depotgebühren an?
Nein. Flatex hat die frühere prozentuale Depotgebühr im Jahr 2023 dauerhaft abgeschafft. Die Depotführung ist sowohl in Österreich als auch in Deutschland vollständig kostenlos.
Wie rechnet Flatex US-Dollar-Dividenden in Euro um?
Flatex rechnet Fremdwährungen auf Basis des EZB-Referenzkurses um und wendet eine handelsübliche Devisenmarge von rund 0,004 (ca. 0,40 Prozent) an. Fixe Mindestgebühren für Dividendeneingänge fallen nicht an.
Wo finde ich die Dividendenabrechnung bei Flatex?
Die Ertragsgutschrift wird ein bis zwei Tage nach dem offiziellen Zahltag im Online-Banking unter Post / Archiv im Dokumentenarchiv als PDF-Datei bereitgestellt.
Kann man bei Flatex direkt an der Wall Street handeln?
Ja. Neben deutschen Börsenplätzen wie Tradegate oder Xetra ermöglicht Flatex den direkten Wertpapierhandel an den New Yorker Heimatbörsen NYSE und NASDAQ (ab 5,90 Euro Festpreis zzgl. US-Börsenspesen).
Redaktionelles Prüfprotokoll und Primärquellen
Geprüft am: 09.10.26 durch Michael Khanna
Primärquellen: Preis- und Leistungsverzeichnis flatexDEGIRO Bank SE (Stand 2026), IRS Form W-8BEN Richtlinien, Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland USA (Art. 10 DBA), BMF-Schreiben zur Abgeltungsteuer.
Gegenprüfung: Reale Dividendengutschriften US-amerikanischer Einzeltitel bei flatex, Pruefung des 15-prozentigen Direktabzugs sowie Abgleich der automatischen Depot-Hinterlegung.
Redaktioneller Risikohinweis und Transparenz
Hinweis nach § 85 WpHG: Die auf USAktienHub.de veröffentlichten Analysen, Berechnungen und Ratgeber dienen ausschließlich der allgemeinen Information und finanziellen Bildung. Sie stellen keine Anlageberatung, steuerliche Beratung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Der Handel mit Aktien, ETFs und Derivaten birgt finanzielle Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Historische Renditen und mathematische Modellrechnungen bieten keine Garantie für die künftige Wertentwicklung.